ndre Paskowski berichtet von seiner Reise auf den Weg in die Normalität nach seiner Krebserkrankung.
Ende 2011, war ich für 3 Wochen in Brasilien. Leider nicht die übliche Reisezeit, die ich aus Zeiten vor meiner Krankheit gewohnt war. Ich musste schnell zurück nach Deutschland, da es ein Anstieg meiner Blutwerte gab. Ich wurde und werde natürlich auch auf meinen Reisen regelmäßig untersucht. Nach meiner Ankunft sagte man mir, dass es wohl auf eine weitere Operation an der Lunge hinauslaufen würde. Das war ein unglaublich harter Rückschlag. Wenn man dann im Krankenhaus steht, willigt man schnell ein, wenn die Ärzte eine Empfehlung aussprechen. Egal, ob man sich gut fühlt und ob man sich geschworen hat, nicht wieder eine Operation zuzulassen. Ich hatte mir allerdings noch eines vorgenommen: Möglichst eine schnelle und effektive Reha zu absolvieren und körperlich weniger als bei den letzten längeren Krankenhausbesuchen abzubauen. Ich wollte unbedingt Ende des Winters noch eine Reise zusammen mit meinen Eltern machen. Das war mir eine echte Herzensangelegenheit.
Die Regel ist, dass man mindestens für 3 Monate nach einer Lungen-OP pausiert. Mein Aufbau- und Reha-Programm war aufgrund meines täglichen Trainings so erfolgreich, dass ich nach 10 Wochen im Flieger nach Kapstadt saß. Den Ort, den ich meinen Eltern vor meiner Krankheit als letztes gezeigt hatte und in den sich beide verliebt haben. Als sozusagen "Zurück in die Zukunft". Was soll ich sagen?Kapstadt war geil! Jeder Tag war ein Geschenk. Ich hörte hier und da das Lamentieren über den wenigen Wind. Ich empfand das als komisch, wenn nicht sogar grotesk. Schließlich gibt es so viel zu tun und erleben - gerade in Kapstadt. Wer regelmäßig an den schönsten Stränden der Welt verweilt, verlernt es sich über dieses Privileg zu freuen und es zu wertschätzen. Dieses Luxusproblem habe ich sicher nicht mehr. Im Gegenteil, ich schätze jede Sekunde, die ich tun und lassen kann, was ich will. Und davon gab es in Kapstadt mehr als genug.
Wenn kein Wind war, machte ich es mir zur Aufgabe, jeden Tag um 7 Uhr direkt vor unserer genialen Unterkunft im Dolphin Beach zum Stand Up Paddeln rauszugehen. Wie geil dies ist, kann ich nicht beschreiben. In einigen Foren Deutschlands ließt man immer wieder schlechtes über SUP. Das ist alles Quatsch. Diese totale Ruhe beim Stand-Up Paddeln ist geil. Dazu kommt Wildlife ohne Ende. Robben und Delphine, die die gleichen Wellen teilen. Und außerdem trainiert man dabei seinen Körper. Und dies tut mir gut, denn so bleibe ich Fit für etwaige weitere Therapien. Um es einfach zu sagen: Ich habe mich in diesen Sport verliebt.