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Herr der Tricks - Tricktionary-Erfinder Michi Rossmeier im Interview

Gäbe es eine Liste aller österreichischen Profi-Sportler, die es mit Zahnpasta-Lächeln und mutigen Visionen auch nach ihrer aktiven Karriere zu weltweitem Erfolg gebracht haben, so dürfte Michi Rossmeier wohl gleich hinter Arnold Schwarzenegger auf Platz 2 landen. Denn mit dem Tricktionary schaffte er den Sprung vom Freestyle-Worldcupper zum Branchen-Bestsellerautor.

Seine enzyklopädische Sammlung aller bisher gezeigten Windsurf-Moves wurde inzwischen in sechs Sprachen übersetzt und ist auch digital auf dem Vormarsch. Wir sprachen mit „Rossi“ über sein neues Leben als Autor und Geschäftsmann, aber auch als weiterhin Windsurf-Begeisterten.

Michi, den meisten von uns bist du als Freestyle-Ass und Weltenbummler bekannt. Müssen wir uns Sorgen machen, dass du jetzt, wo du unter die Autoren gegangen bist, öfter die Lesebrille auf der Nase hast als die Boardshort um die Hüfte?
Nein keine Angst (lacht). Letztes Jahr habe ich meinen Wohnsitz an den Gardasee verlegt, wo ich häufig aufs Wasser komme, und im Winter bin ich auch gerne weiterhin, wo es warm und windig ist, wie derzeit in Brasilien [Anm.: checkt den Video-Spotguide von Michi über die Lagoa Azul bei den Videos. Weitere Spot-Videos aus Brasilien folgen nächste Woche]. Es ist selten, dass ich mehr als ein paar Tage mal nicht aufs Wasser komme – aber genau darauf hab ich auch jahrelang hingearbeitet.

Herr der Tricks - Tricktionary-Erfinder Michi Rossmeier im Interview
Herr der Tricks - Tricktionary-Erfinder Michi Rossmeier im Interview

Und dabei hast du durchaus Mut bewiesen. Denn in der Windsurfbranche herrscht – wenn wir ehrlich sind – seit einiger Zeit nicht gerade Hochkonjunktur . Wie gewagt war bzw. ist dein Plan, vom Verkauf eines Buches an eine vergleichsweise kleine Nischensportart leben zu wollen?
Das war damals schon ein großer und durchaus riskanter Schritt. Als wir mit dem ersten Tricktionary rauskamen, ging es darum, entweder einen Verlag zu finden, wodurch man aber nicht einmal die Fotoshoot-Kosten hätte decken können, oder alles selbst zu finanzieren. Sponsoren meinten damals: „Zu viel Risiko, der Print-Markt ist tot, und ähnliches“. Trotzdem zogen ich und Sandra Schennach, meine damalige Partnerin, den Plan durch, finanzierten alles selbst und bauten unseren Verlag auf. Bald war klar, dass das Konzept erfolgreich war und wir konnten weitere Produkte platzieren, wie das Tricktionary 2, die Tricktionary DVD’s, Apps für den Iphone- und Android-Markt, und noch einiges anderes.


Herr der Tricks - Tricktionary-Erfinder Michi Rossmeier im Interview

Ein ehemals sehr bekannter Windsurfer sagte mir einmal: „Wenn du gerne windsurfst, arbeite nie in der Windsurfbranche.“ Er spielte vor allem darauf an, dass er seit Beginn seiner Beschäftigung im Surf-Business nur noch selten selbst aufs Wasser kam, sich dafür tagtäglich bei der Arbeit mit Problemen herumärgern muss, die mit seinem ehemaligen Lieblingshobby zu tun haben. Hast du so etwas auch schon erlebt?
Definitiv hatte ich über die Jahre ähnliche Erfahrungen! Es ist eine undankbare Sache wenn du in der Branche beschäftigt bist, denn die Arbeit dort nimmt dich nicht minder in Anspruch als jeder andere Job. Im Gegenteil, oft arbeitet man härter, nur, um aus der Leidenschaft einen Beruf machen zu können. Gleichzeitig hast du dabei außerdem immer direkt das vor Augen, was dich so sehnsüchtig macht, darfst es aber oft nicht, da du natürlich auch deine Arbeit erledigen musst.

Du meinst, etwa, wie wenn ein trockener Alkoholiker in einer Brauerei arbeitet? Dann wundert es mich, dass du, als offensichtlicher Windsurf-Süchtling immer noch in der Windsurfbranche arbeitest.
Naja, mir ist es wichtig, dass ich bei meiner momentanen Arbeit eine gewisse Distanz und Unabhängigkeit bewahrt habe, und nicht auf Sponsoren oder Wettkämpfe angewiesen bin. Ich habe immer meine eigenen Ziele verfolgt und es zum Glück so hinbekommen wie ich wollte. Nimm das Tricktionary: es ist praktisch nicht gesponsert und keinerlei Werbung drinnen, dafür habe ich in allem so freie Hand wie möglich.










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