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Wintersurfen - nur für Verrückte?

Windsurfen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt ist mit gutem Neo und entsprechender Vorbereitung durchaus möglich. Tilo Eber sagt wie und gibt Tipps, die warm machen.

Es ist schwer zu glauben, dass nicht gewisse masochistische Züge im Spiel sind, wenn sich Windsurfer bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in einen dicken Ganzkörpergummi zwängen, um im gerade noch nicht gefrorenen Wasser zu planschen. Doch die Gemeinde der Wintersurfer wächst stetig. Erklärungsversuche für ein seltsames Hobby liefert jemand, der es wissen muss: Tilo Eber ist gerade zurück aus dem warmen Südafrika und schon wieder unterwegs auf heimischen Gewässern.

"Wintersurfen ist eine komische Sucht. Jedes Jahr im November sage ich mir, dass ich dieses Jahr nicht unter 5 Grad rausgehe, aber schon nach einer Woche Winter halte ich das einfach nicht durch. Immerhin sind die Spots im Winter schön leer, die Parkplätze kosten nichts und es herrscht eine ganz besondere, ruhige Atmosphäre auf dem Wasser. Mich macht Wintersurfen immer wieder glücklich, und wenn man ein paar Tipps beachtet, ist es längst nicht so kalt auf dem Wasser, wie den Zuschauern an Land"

Hier jetzt also die versprochenen Tipps, wie ihr guten Gewissens auch bei Temperaturen unter 10 C oder gar um den Gefrierpunk aufs Wasser kommt.

Wintersurfen - nur für Verrückte?
Wintersurfen - nur für Verrückte?

Neoprenanzug:
Grundsätzlich gilt: viel hilft viel. Wenn es wirklich eisig kalt ist, sollte es daher mindestes ein 5/3er Neoprenanzug sein (d.h. 5mm im Rumpfbereich, 3mm an den Extremitäten). Dickeres Neopren ist natürlich nicht verkehrt, jedoch werden 6mm starke Anzüge fast ausschließlich von Wellereitherstellern angeboten und daher aus Gründen der Haltbarkeit (ständige Reibung mit dem Board durch das Paddeln in Bauchlage) nur mit kaschierter Oberfläche erhältlich sind. Der Wärmegewinn des zusätzlichen Millimeters wird dadurch im Vergleich zu einem Glatthaut-Gummi wieder annähernd neutralisiert, da die ständig nasse Oberfläche des kaschierten Materials einen deutlich stärkerer Auskühlungseffekt zur Folge hat, als ein Glatthaut-Neopren, bei dem Wasser sofort abperlt. Das Argument der besseren Haltbarkeit bei kaschierten Neo's im Vergleich zum Glatthaut ist zwar generell richtig, tritt bei einem Neoprenanzug für die kalten Tage jedoch kaum zum Tragen. Denn wer seinen Winterneo nur in der schwachen Wintersonne benutzt, wird nicht das Problem haben, dass starkes UV-Licht die Weichmacher aus dem Neopren zieht, wodurch dieser porrös und brüchig wird. Man sollte sich also überlegen, ob die Investition in einen günstigeren und belastungsfähigeren kaschierten Neoprenanzug für die Übergangsjahreszeit am Ende nicht billiger kommt, als im Ein- bis Zweijahrestakt einen teuren Winterneo zu kaufen.


Wintersurfen - nur für Verrückte?

Besonderes Gewicht kommt bei einem Winterneo der optimalen Passform zu. Sitzt die Gummi-pelle wie eine zweite Haut, ist sie wärmer als jede noch so teure, aber nicht perfekt passende High-Tech-Variante. Zu eng sollte der Anzug dennoch besonders an zwei (bei Männern an drei) Stellen nicht sein: zwickt der Neo an den Unterarme, ermüdet die Muskulatur dort sehr schnell, was längerem Surfspaß genauso im Wege steht, wie eine zu enge Halsmanschette.

Die Frage, ob konventioneller Neo oder Trockenanzug, ist Geschmackssache, denn adäquate Wärme bieten beide Varianten. Die inzwischen von fast allen Herstellern angebotenen Trockenanzügen (z.B. NPX Luzifer, ION Fuse etc.) bieten den Vorteil, dass man in kuscheliger Skiunterwäsche einsteigen kann und (hoffentlich) kein bisschen nass wird. Erfahrungsgemäß müssen dafür jedoch die Manschetten an Hals, Füßen und Händen erstens intakt, und zweitens sehr eng sein, was den Einstieg etwas erschwert. Auch wenn der Trockenanzug selbst wirklich 100% dicht sein sollte, entsteht nach längeren Sessions ein leicht unangenehmes Gefühl durch die Feuchtigkeit, die über die Haut austritt (was passiert, auch wenn man nicht bewusst schwitzt).




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