Danish Open Klitmöller: Wave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii

Danish Open KlitmøllerWave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii

Endlich wieder ein Windsurfwettbewerb in Nordeuropa in den Disziplinen Wave und Freestyle. Die offenen dänischen Meisterschaften erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, gerade auch bei deutschen Nachwuchswindsurfern. Mathias Genkel berichtet von einem gelungenen Event in Nordjütland.

von Mathias Genkel
Schon bei der Anreise zum Wettbewerb machte sich ein Gefühl von Freiheit breit, das sich beim Überqueren der Grenze zu Dänemark verstärkte und mit enthusiastischer Vorfreude paarte. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich für den Event gemeldet und so war dieser Contest auch ein Anlass dazu, altbekannte Gesichter wieder zu treffen und zu sehen, wie sich das Level im letzten Jahr entwickelt hat.

Der Event erstreckte sich über drei Tage an Pfingsten und begann direkt um 7.30 Uhr morgens mit dem Skippersmeeting am Nasa-Clubhaus in Klitmøller bei Nieselregen, 8 Grad und leichtem Südostwind. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen wurde für den ersten Tag Freestyle angesetzt. Hier wurde an einem nahegelegenen Spot gestartet, der ähnlich flache Bedingungen wie ein Nordseepriel lieferte. Der Wind war nicht sonderlich stark und pendelte sich so um die 17 bis 20 Knoten ein. Das erlaubte schöne Sliding- und auch den ein oder anderen Powermove auf spiegelglattem Wasser. Da keiner der deutschen Top-Freestyler angereist war, konnte ich mich im Feld von ca. 25 Fahrern an die Spitze setzen. Der Finalheat fand gegen meinen guten alten Bekannten Rasmus Oegelund, Surfschulbesitzer in Kopenhagen, statt. Rasmus wiegt etwas mehr als ich und ist der einzige mir bekannte Fahrer, der Flaka Shaka und andere Powermoves mit 5.6 springt, wenn ich 4.8 fahre. So war das Finale eine durchaus spannende Angelegenheit. Ich freue mich riesig über den Sieg und die super Bedingungen, die wir vorfanden. Ein großes Lob an dieser Stelle an das Orga-Team, welches 10 Stunden in der Kälte auf der Sandbank ausharrte.
Danish Open Klitmöller: Wave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii
Danish Open Klitmöller: Wave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii
Danish Open Klitmöller: Wave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii
Bei den Juniors konnte Anton Richter die Freestyle-Wertung für sich entscheiden. Er setzte sich unter anderem gegen Nick Spangenberg und Lars Bubelach durch. Die beiden Nachwuchstalente landeten auf den Plätzen 2 und 3.

Der Sonntag versprach feinste Wavebedingungen über dem Muschelriff in Klitmøller. Bei soliden sechs Windstärken konnten alle Eliminations ausgefahren werden: Juniors, Women, Wave A und B. Bei den Frauen setzte sich Maria Behrens gegen Caro Weber durch. Die junge, talentierte Windsurferin aus Lübeck zeigte Forwards und solide Wellenritte und versprühte gute Laune am Strand. Mit Maike Lang ist zudem ein weiteres junges Talent aus Deutschland in der Welle vertreten gewesen.

Wo wir schon beim Thema Talent sind, so kann viel Verpsrechendes von den Juniors berichtet werden. Die deutschen Nachwuchsfahrer waren mit den Gobischs, den Richters und auch den Brüdern Marlon und Leon Maethner vertreten. Auch das dänische Talent Simon Thule ging an den Start. Es zeigte sich, dass die Jungen durch die Bank gute Vorwärtsloops springen und auch vor Backloop und Pushloop nicht zurückschrecken. Auch im Waveriding der Juniors setzte sich am Ende Anton Richter durch und gewann vor Hannes Gobisch und Lars Bubelach. Nick Spangenberg landete auf dem vierten Platz.

In der Kategorie Wave A gingen gestandene Worldcup-Fahrer wie Marc Paré, Kenneth Danielsen und Mads Bjørna ebenso wie die deutschen Nachwuchstalente Laurin Schmuth und Henri Kolberg an den Strand. Auch Malte Kuny, dessen Name noch nicht jedem ein Begriff ist, muss in diesem Atemzug genannt werden. Er versucht Double Forwards und hat einen radikalen Style in der Welle. Als Freestyler hoffte ich zumindest ein paar Runden in dem starken Feld zu bestehen. Direkt in der ersten Runde war ich gegen Henri Kolberg gesetzt und musste gleich alles zeigen. Ich hatte glücklicherweise ein paar richtig gute Wavescores mit Forward, Backside 360 und Taka.
Danish Open Klitmöller: Wave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii
Danish Open Klitmöller: Wave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii
Danish Open Klitmöller: Wave/Freestyle Windsurfcontest in Cold Hawaii
So konnte ich Henri, der eigentlich als Favorit in den Heat ging, besiegen. Im nächsten Heat gelang mir sogar ein Goiter. Gegen Mads Bjørna war dann allerdings in Runde 3 Schluss. Der Lokalmatador landete später auf dem zweiten Rang. Erster wurde Marc Paré. Der spanische PWA-Rider hat eine dänische Freundin und hängt deshalb regelmäßig in Cold Hawaii ab. Er zeigte Double Forwards und kickte Kenneth Danielsen aus dem Rennen. Letzterer wurde dritter, Rasmus Oegelund vierter. Der Sonntag war also mit unzähligen, gefahrenen Heats ein richtig guter Wettkampftag. Am Abend zeigte sich sogar noch die Sonne und in der Free Session zeigten alle, was sie so drauf haben.

Am Montag reichten die Bedingungen nicht mehr für den Contest aus, so dass die Siegerehrung schon am Vormittag abgehalten wurde. Zahlreiche Preise lokaler Sponsoren wurden verteilt und sogar ein Noerstick, eine abgespacede Verlängerung, verlost. Es bleibt nur den Organisatoren für diesen tollen Event zu danken.

WINDSURFERS hat auch noch Statements von einigen deutschen Fahrern abgreifen können:


Laurin Schmuth:
„Das Event lief für mich insgesamt relativ gut. Die Bedingungen waren nicht wirklich leicht und obwohl es mir schwer fand Rampen für Sprünge zu finden, konnte ich meinen ersten Heat gewinnen und habe im zweiten dann einen meiner besten Heats jemals fahren können. Bereits nach einer Minute hatte ich eine relativ gute Welle mit einem Taka beenden können und fand danach direkt ein paar Rampen für solide Sprünge. Am Ende des zweiten Heats habe ich dann fast einen One-Footed Backloop stehen können, der mich dann in die nächste Runde gebracht hätte. Leider sprang bei der Landung die Schnur meiner Extension über und ich konnte die Landung nicht ganz kontrollieren. Ich verlor den Heat mit 0.5 Punkten. Ich war jedoch insgesamt sehr zufrieden mit dem, was ich in den Heats zeigen konnte und es war mal wieder eine sehr schöne Erfahrung nach so langer Zeit wieder eine Competition zu haben, alle Leute wieder zu sehen, neue Leute kennen zu lernen und eine schöne Zeit auf dem Wasser zu verbringen.“

Nick Spangenberg:
„Für mich liefen die Danish Open in Cold Hawaii ganz gut, obwohl ich dieses Jahr erst vier Mal vorher auf dem Wasser war, wegen meinem Abitur und der Pandemie. Am Ende konnte ich den 4. Platz im Wave und den 2. Platz im Freestyle bei den Junioren belegen, worüber ich mich sehr gefreut habe. Wichtig für mich war auch zu sehen, wo noch Nachholbedarf und Training benötigt wird, um im Herbst beim letzten Danish Open Contest einen Fortschritt sehen zu können. Deswegen geht es für mich im Sommer auch nach Gran Canaria, denn dort kann man am meisten lernen. Alles in einem war es mega schön, sich wieder mit allen Freunden auf dem Wasser battlen zu können, an Land zusammen spaß haben zu können und dadurch, dass ich mittlerweile alleine fahren kann, die Freiheiten noch mehr genießen zu können. Es war ein sehr schönes Event.“

Sebastian Buder:
„Für mich waren die Danish Open 2021 die erste Windsurfcompetition, die ich live miterleben und mitfahren durfte. Das ganze Orga- Team hat einen wahnsinnigen Job gemacht, alle waren zu jeder Zeit freundlich, obwohl sie ständig die selben Fragen gestellt bekamen. Der Contest eignete sich auch für weniger erfahrene Wave- und Freestyle Windsurfer sehr gut, da die Startgebühr von 200 DKK (umgerechnet ca. 28 Euro) nicht zu hoch gegriffen ist. Alles in allem ein sehr gelungenes Event mit super Leuten und guter Stimmung!“

Fotos: ilostawavein79.com

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