PWA World Cup Fuerteventura 2026: Lennart Neubauer triumphiert

PWA World Cup Fuerteventura 2026Lennart Neubauer triumphiert

Lennart Neubauer bringt das Freestyle-Windsurfen in eine neue Dimension und setzt sich gegen Yentel Caers in einem der punktreichsten Finale aller Zeiten durch.

von Ingo Meyer

Männer


Schon gestern war das Niveau im Freestyle extrem hoch, doch heute haben die weltbesten Freestyler beim 2026 Fuerteventura PWA Grand Slam noch einmal eine Schippe draufgelegt! Über Nacht drückte ein neuer, mächtiger Swell nach Sotavento und bescherte die besten Freestyle-Bedingungen, die je in einem Contest gesichtet wurden.

Freestyle im Flachwasser ist schon spektakulär und es ist absolut irre, was die Pros auf dem flachen Wasser zeigen. Aber sobald Wellen ins Spiel kommen, bekommt der Sport eine völlig neue Dimension. Man könnte fast meinen, es sei eine andere Sportart, weil Wellen schlichtweg neu definieren, was machbar ist. Heute gab es perfekte Kicker und dazu traumhaftes Flachwasser zwischen den Set-Wellen. Sotavento verwandelte sich kurzerhand in eine Art Skatepark für Windsurfer - und das Level explodierte förmlich! Es ist schwer, diese Bedingungen und das gezeigte Riding in Worte zu fassen.

Yentel Caers (JP / NeilPryde) sicherte sich das Re-Match gegen den Führenden Lennart Neubauer (Starboard / Severne Sails / Maui Ultra Fins): In Runde 9 der Double Elimination zeigte der Belgier eine absolute Galavorstellung und warf Balz Müller (Severne Windsurfing) aus dem Rennen. Mit einer krassen Palette aus Shifty Shakas, einem Double Air Culo und sogar einem Double Forward - den er nach eigener Aussage seit einem Jahr nicht mehr probiert hatte - knallte Caers mit 44,02 Punkten seinen bis dato höchsten Heat-Score des Events aufs Wasser.

Was dann im Finale folgte, sprengt schlichtweg alles, was die Freestyle World Tour bisher gesehen hat. Neubauer und Caers lieferten ein Freestyle-Feuerwerk der Extraklasse ab. Völlig zu Recht beendeten die beiden Top-Gesetzten den Contest mit den beiden höchsten Heat-Scores des gesamten Events im Finale (46,59 vs. 45,88 Punkte) und zeigten erneut, wie nah sie beieinander liegen.

Die beiden Rider schenkten sich von der ersten Sekunde an nichts. Caers packte wirklich alles aus, was die Trickkiste hergibt: Double Forwards, Double Air Culos (als einziger Rider im Feld - und das gleich mehrfach!), Shifty Shakas und ein Spock-into-Double-Culo. Mit einem Raketenstart schraubte er seinen Score in den ersten drei Minuten direkt auf 44,43 Punkte hoch.

Gegen fast jeden anderen Rider der Welt hätte das locker für den Sieg gereicht. Doch zum Pech für Caers fand sein griechischer Rivale tatsächlich einen Weg, noch einen draufzusetzen. Neubauer eröffnete das Finale mit einem perversen Double Culo, legte mit einem Shifty sowie einem Shifty Shaka nach und setzte kurz vor Schluss die Kirsche auf die Sahne: Für einen komplett durchgeglittenen Spock-Double-Culo kassierte er fette 8,14 Punkte und machte damit seinen unvergesslichen Sieg perfekt!
PWA World Cup Fuerteventura 2026: Lennart Neubauer triumphiert
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Gestern gab Balz Müller (Severne Windsurfing) noch gewohnt ehrlich zu, wie sehr ihn der Druck in den späten Phasen eines Contests manchmal belasten und hemmen kann. Man hätte es ihm also nicht verübeln können, wenn ihn die Nerven einen Streich gespielt hätten, als er sein erstes World-Tour-Podium gegen einen bärenstarken Jacopo Testa (WeOne / GUNSAILS / AL360) verteidigen musste. Doch der 32-Jährige wuchs heute über sich hinaus: Mit einer extrem abgeklärten Leistung stoppte er Testas grandiose Aufholjagd und sicherte sich hochverdient seinen ersten Treppchenplatz auf der World Tour - ein Moment, auf den wir angesichts seines unfassbaren Talents und seiner Kreativität gefühlt schon ewig gewartet haben.

Müllers positive Art und seine pure Liebe zum Freestyle - und zum Windsurfen allgemein - sind einfach ansteckend. Man spürt förmlich die Energie, die er auslöst und viele andere Rider geben offen zu, dass Balz für sie die größte Inspiration ist.

Stillstand gibt es bei Müller nicht, er will den Sport permanent neu erfinden. Balz hat einen der kreativsten Köpfe im Business - und er erfindet Dinge nicht nur im Kopf, sondern nagelt sie auch auf dem Wasser fest. Nicht ohne Grund wird er als „Mr. Freestyle“ gefeiert: Er verkörpert die Essenz dieses Sports wie kein anderer. Während die meisten Rider im Heat lieber auf Nummer sicher gehen und Moves zeigen, die sie sicher stehen, sucht Balz auch unter Wettkampfdruck das Limit. Im Duell um Platz zwei und drei gegen einen seiner besten Kumpels, Yentel Caers, knallte er doch glatt den ersten gestandenen Double Air Kono der Contest-Geschichte aufs Wasser!

Balz Müller war schon immer der liebenswerte, sympathisch-verrückte Typ der Tour - nur das passende Top-Resultat zu seinem Talent fehlte bisher. Das ist jetzt Geschichte. Oder wie Balz es selbst auf den Punkt bringt: „What a time to be alive.“
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Damen


Auch bei den Damen ging die Double Elimination an den Start: Helena Lale (Severne Windsurfing) trifft morgen im ersten Heat direkt auf Sandra Schill. Damit sollte die Double Elimination der Damen bei feinsten Baller-Bedingungen über die Bühne gehen.

Für morgen ist weiterhin knackiger Wind und gute Welle vorhergesagt. Da am Montag maximal noch fünf Heats auf dem Programm stehen, wurde das Skippers Meeting leicht nach hinten auf 12:00 Uhr verschoben. Der erste mögliche Startschuss fällt somit um 12:24 Uhr.

Stay tuned!

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