PWA World Cup Pozo, Gran Canaria 2022: Köster gewinnt die Single Elimination

PWA World Cup Pozo, Gran Canaria 2022Köster gewinnt die Single Elimination

Nach dem siebten Tag fehlte in der Single Elimination nur noch das Finale und das kleine Finale, um den dritten Platz. Für Philip Köster ging es im ewigen Duell gegen Víctor Fernández. Um den dritten Platz fuhren Thomas Traversa und Ricardo Campello gleich im Anschluß. Auch die ersten Heats der Double Elimination konnten an diesem Tag noch ausgefahren werden. Alles zum achten Tag in Pozo hier.

von Sven Block
Die beiden letzten Heats wurden, wie am Vortag, erst nach weiteren U20 Wertungen angesetzt, um die mit der Flut etwas besseren Wellen abzuwarten. Es waren zwar keine Topbedingungen heute, wie man sie von Pozo an besseren Tagen gewohnt ist, aber was die vier Bestplatzierten nach dem Semifinale daraus machten, war allemal sehenswert. Wieder zählten, wie am Vortag, die besten beiden Sprünge und Wavescores im Heat.

Finale des Single Elimination der Herren


Víctor Fernández eröffnet das Finale turnusgemäß mit einen Doppelloop, aber landet viel zu nass, um eine hohe Wertung zu bekommen. Auch Philip Köster eröffnet mit einem doppelten Frontloop. In der Ausführung viel besser, als der, den Víctor Fernández zeigen konnte. 7,12 Punkte bekommt er dafür. Während sich Víctor Fernández an seinen ersten Wavescore macht und zum Wave 360 ansetzt, zeigt Köster, wozu er in der Lage ist und landet einen sauberen Tabletop Double Forward. Der geht als Variante mit 8,75 Punkten als zweiter Sprung voll in die Wertung ein. Endlich ein weiterer Double des Spaniers, der besser gelingt und ihm gute 8,0 Punkte einbringt. Auch der Tabletop Forward im Anschluss bringt ihm weitere 5,12 Punkte. Der Abstand zu Köster ist jetzt nicht mehr ganz so groß.
PWA World Cup Pozo, Gran Canaria 2022: Köster gewinnt die Single Elimination
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Köster ist zwischenzeitlich zum Strand unterwegs und wechselt auf größeres Material, mit dem er kurze Zeit später einen ersten kleinen Wavescore mit 3,88 Punkten verbuchen kann. Es war nicht leicht an diesem Tag einen hohen Wavescore zu bekommen und es boten sich weniger Möglichkeiten, ein gutes Set zu finden. Konnte das Víctor Fernández im Heat noch zuspielen? Auch den letzten Heat im Semifinale gegen Ricardo Campello konnte der Spanier so ganz am Ende noch drehen. Die Hoffnung vernichtet Philip Köster schon wenige Minuten später. Endlich findet er ein Set mit genügend Druck und setzt zum Wave 360 an. 6,0 Punkte erhält er dafür. Aber damit nicht genug. Köster rast erneut auf ein gute Welle zu und schießt sich hoch hinaus. Ein 6,9 Meter hoher Stalled Double, den die Judges mit 9,38 Punkten bewerten, lassen Víctor Fernández zu diesem Zeitpunkt ganze zehn Punkte hinten liegen. Víctor Fernández kann seinen hohen Rückstand am Ende mit einer guten Wavewertung noch etwas kaschieren, aber das war eine Machtdemonstration des Weltmeisters. Am Ende heißt es 28,01 zu 23,25 für Philip Köster.

In einem späteren Interview, das Ben Proffitt mit Marc Paré, der gestern nach seinem starken Heat gegen Köster eine ähnliche Niederlage einstecken musste, am Strand führte und in dem Paré sich sichtlich resigniert zeigte, sagte er, dass Philip in seinen Heats wie eine Maschine führe und es kaum Möglichkeit gebe, ihm in dieser Form zu schlagen.

„Es war hart da draußen, aber ich schaffte es, zwei wirklich gute Sprünge zu machen, darunter einen großen Stalled Double, den ich einfach machen musste, da ich nicht wusste, welche Sprünge Víctor zu diesem Zeitpunkt gelandet hatte. Im Finale muss man einfach Gas geben und das habe ich getan“, äußerte sich Philip Köster nach seinem Sieg.
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Kleines Finale der Single Elimination


Das kleine Finale hatte nicht die Sprengkraft des Finales. Die fehlende zweite Wavewertung, machte es Thomas Traversa schwer, eine gute Punktzahl zusammenzubekommen. Zudem liefen die Wellen heute nicht ganz optimal, sodass er seine Stärke beim Waveriding nicht optimal ausspielen konnte. Der Franzose beginnt den Heat mit einem hohen Backloop, der ihm 4,88 Punkte sichert. Ricardo Campello, der heute Geburtstag hatte, begann den Heat stattdessen mit einen Wavescore. Schöne Frontsideturns, die er gekonnt aneinanderreiht bringen ihm erste gute 4,12 Punkte. Er war sichtlich bemüht, den Fehler, den andere gegen Thomas Traversa gemacht hatten, nicht zu wiederholen. Ein weiterer Tabletop Forward von Thomas Traversa bekommt nur eine Wertung von 3,0 Punkten. Ein zweiter Versuch gelingt besser und erzielt 4,38 Punkte. Aber immer noch zu wenig, um sich gegen Ricardo Campello in eine gute Position zu bringen. Ein hoher Backloop und schliesslich auch der erste Doppelloop von Campello, bringen ihm erste solide Punkte in der Sprungwertung. Der Doppelloop, gut bewertet, war aber anscheinend nicht ganz so clean, wie ihn Campello gerne zeigen wollte. Kurz darauf sucht er eine weitere Rampe und geht hoch in die Luft. Diesmal gibt es 9,30 Punkte dafür. In der Sprungwertung war für Thomas Traversa jetzt kaum noch etwas zu machen. Aber auch in der Welle lief es heute nicht so gut für ihn. Mit einem schönen Wave 360 kann Ricardo Campello auch diese Wertung für sich entscheiden. Ricardo Campello komplettiert das Podium verdient mit einem dritten Platz.

Nach der Siegerehrung und ein paar kurzen Interviews mit den Gewinnern der Single Elimination ging es dann gleich weiter mit der Double Elimination.

Double Elimination


Die ersten Heats der Double Elimination im Anschluss brachten wenig Überraschungen. Die Regattaleitung setze, anders als in den Finalbegegnungen wieder nur eine Wavebewertung an. Die gesamte Vorrunde konnte bereits beendet werden, sodass morgen, wenn es die Bedingungen zulassen, gleich mit der zweiten Runde gestartet werden kann.

In Heat 26 setzen sich Michael Friedl Morales und Omar Sanchez gegen Simon Thule und Elazar Alosono Sanchez durch. Omar Sanchez brauchte lange, um eine passende Welle zu finden. In der zweiten Hälfte des Heats kann er sich dann gegen Elazar Alosono Sanchez mit einem guten Wavescore von 5,38 Punkte absetzen. Im anschliessenden Heat 27 konnten sich, wie erwartet, Arthur Arutkin und Loïck Lesauvage mit einem guten Score von über 16 Punkten gegen Tim van Dam Sanchidrian und Adam Warchol durchsetzen.

Auch Antoine Martin, der in der Single Elimination überraschend früh gegen Liam Dunkerbeck Morales ausschied, liess sich diese zweite Chance erwartungsgemäß in Heat 28 nicht nehmen. Mit hohen Wave- und Sprungbewertungen schickt er den Schweden Victor Borlin nach Hause. Im Parallelheat kämpfte leider auch Henri Kohlberg vergeblich gegen Aleix Sanllehy um eine bessere Platzierung. Besser machte es Laurin Schmuth in Heat 29 gegen Graham Ezzy. Mit einer soliden Bewertung geht es für ihn jetzt gegen Hayata Ishii weiter, der Julien Flechet im Parallelheat schlagen konnte. Wenn er morgen dasselbe Leistungsniveau zeigen kann, hat er gute Chancen noch eine Runde weiterzukommen.

Heat 30 können Alexandre Grand-Guillot und Allesio Stillrich gegen Jahdan Tyger und Pablo Ramírez Bolaños gewinnen. Stillrich begann den Heat mit einem gut bewerteten Doppelloop, der ihm früh eine hohe Sprungwertung einbrachte. Ein hoher Tweacked Pushloop, den er im zweiten Anlauf noch verbessern konnte, lassen Jahdan Tyger keine Chance. Auch Stillrich hat gute Chancen morgen gegen Grand-Guillot noch weitere Plätze gut zu machen, um dann ich Achtelfinale sein Können zu zeigen. Die beiden Freestyler Antoine Albert und Antony Ruenes trafen in Heat 31a aufeinander. Knapp kann sich Antoine Albert am Ende des Heats mit einer besseren Wavewertung noch absetzen. Im Parallelheat setzt sich Takara Ishii gegen Titouan Flechet durch.

Heat 32 brachte dann unglücklicherweise zwei deutsche Fahrer zusammen. Moritz Mauch zeigte zum Ende des Heats noch mal einen soliden Wave 360 in Kombination mit schönen Frontsideturns. Die bessere Sprungwertung bringt aber Florian Jung diesmal weiter. Schade für Mauch, der so zum zweiten Mal an der fehlenden zweiten Wavewertung litt. Florian Jung trifft in der zweiten Runde auf José Romero, der an diesem Tag eine starke Leistung gegen Tomer Shamgar zeigen konnte. Im letzten Vorrundenheat der Double Elimination setzen sich noch die beiden Franzosen Baptiste Cloarec und Jules Denel gegen Lucas Meldrum und Logan Groenne durch.

Auch die zweite Runde der Double Elimination bietet mit der Paarung zwischen Antoine Martin und Aleix Sanllehy morgen gleich wieder ein spannendes Highlight. Mit Laurin Schmuth, Allesio Stillrich und Florian Jung können auch drei deutsche Teilnehmer noch auf ein Weiterkommen in der Double Elimination hoffen, bevor es dann bereits wieder gegen die gesetzten Fahrer der Single Elimination geht.

Ergebnis Single Elimination Herren PWA Gran Canaria 2022
1. Philip Köster
2. Víctor Fernández
3. Ricardo Campello
4. Thomas Traversa
5. Marcilio Browne
5. Marc Paré
5. Liam Dunkerbeck
5. Robby Swift

Fotos: PWA / John Carter

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