PWA World Cup Teneriffa 2026: Showdown in El Médano

PWA/WWT World Cup Teneriffa 2026Showdown in El Médano

Windgeschwindigkeiten von 30 bis 45 Knoten und kopfhohe Wellen bildeten die perfekte Kulisse für einen spannenden Wettkampftag der Pros. Bei den U18-Junioren setzte sich Peter Gobisch gegen Javier Escribano durch. Carlos Kiefer Quintana gewinnt bei den U21, Anton Richter wird Zweiter.

von Sven Block
Die Wettbewerbe konnten am fünften Tag bis zum Viertelfinale der Herren und dem Halbfinale der Damen ausgetragen werden, zudem fielen die Entscheidungen bei den Junioren und Pro-Junioren.

Herren


Bei den Herren starteten 32 Fahrer in den Tag, doch am Ende waren nur noch 16 im Rennen. In Teneriffa kommt das bei der WWT etablierte Wettkampfformat zum Einsatz: Statt der gewohnten Double Elimination gibt es eine Hoffnungsrunde, bei der ausgeschiedene Fahrer eine zweite Chance erhalten. Das bedeutet, dass die besten acht Fahrer der Setzrunde direkt ins Viertelfinale einziehen, während sich die übrigen durch zwei Hoffnungsrunden kämpfen mussten, um weiterzukommen.

Der herausragende Fahrer der Seeding-Runde war zweifellos Julian Salmon, er erzielte eine Heat-Wertung von 21,50 Punkten (basierend auf zwei Wellenritten und einem Sprung) - 1,50 Punkte mehr als der Zweitplatzierte, Marc Paré. Julian Salmon war in Topform; sein unverwechselbarer Stil, den er durch jahrelanges Leben in El Médano perfektioniert hat, kam voll zur Geltung und sicherte ihm den direkten Einzug ins Halbfinale. Lennart Neubauer sorgte für die wohl größte Überraschung der Runde: Er schaltete zwei Hochkaräter - Morgan Noireaux und Dieter van der Eyken - aus und sicherte sich direkt einen Platz im Viertelfinale. Seine Freestyle-Künste sind weltbekannt, doch dies war das erste Mal, dass er sein Können so eindrucksvoll und dominant in die Welle zeigen konnte

Anschließend folgte die erste Hoffnungsrunde. Für die größte Überraschung sorgte Lucas Meldrum, der sich in den letzten Jahren hartnäckig durch die 3- und 4-Sterne-Events der PWA und IWT nach oben gearbeitet hat. Mit einer guten Welle, gekrönt von einem mächtigen 360 und schönen Turns, legte er eine 6,08 vor und schaltete damit die „Pozo-Boys“ - Michael René Friedl Morales und Moritz Mauch - aus.
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In der dritten Runde stieg die Spannung und das Leistungsniveau noch einmal deutlich: Nur acht der 16 Fahrer dieser Runde sollten weiterkommen, was man der aggressiven Fahrweise in den Heats deutlich anmerkte. Es ging um alles oder nichts!

Im ersten Heat sicherte sich Josep Pons souverän den Einzug unter die besten 16, doch der Kampf um den zweiten Platz blieb völlig offen. Carlos Kiefer Quintana galt eigentlich schon als ausgeschieden, nachdem er sich Anfang der Woche die Schulter ausgekugelt hatte; doch fünf Minuten vor Schluss tauchte er wieder aus der Versenkung auf, landete einen gewaltigen Double Forward sowie einen Stalled Forward und zeigte zwei starke Wellenritte, womit er sich doch noch für die nächste Runde qualifizieren konnte.

Im zweiten Heat zeigte Jules Denel seinen typischen einhändigen Backloop und sicherte sich neben Miguel Chapuis den Platz im Viertelfinale; dabei setzte er sich gegen den stets stilvollen Alessio Stillrich durch, der auf der Welle nicht genügend Punkte sammeln konnte, um seinem Landsmann gefährlich zu werden.

Heat 3 - womöglich der spannendste Durchgang des Tages - bot einen Schlagabtausch zwischen den Top-3-Fahrern Dieter van der Eyken, Víctor Fernández und Morgan Noireaux. Víctor Fernández führte über weite Strecken des Heats, wobei ihm sein Double Forward den entscheidenden Vorteil verschaffte, während Dieter van der Eyken sicher auf dem zweiten Platz lag. Morgan Noireaux fehlte noch ein Sprung, und 15 Sekunden vor Schluss sah es so aus, als würde er ausscheiden - doch das harte Training machte sich bezahlt: Er landete einen Double Forward, katapultierte sich auf den ersten Platz, eliminierte Dieter van der Eyken und sicherte sich seinen Platz unter den besten 16.

Im vierten Heat präsentierte sich Marino Gil Gherardi in Bestform. Nachdem er seinen Heat in der Seeding-Runde nicht gewonnen hatte, war er hochmotiviert und erzielte die mit Abstand höchste Punktzahl des Tages: Dank eines Push Forward und eines Double Forward kam er allein bei den Sprüngen auf über 15 Punkte! Im Viertelfinale gesellt sich Arthur Arutkin zu ihm.

Damen


Auch bei den Pro Damen wurden drei Runden absolviert, womit das Feld nun auf die Halbfinalistinnen reduziert ist. Nach demselben Prinzip wie bei den Männern zog die beste Fahrerin der Seeding-Runde direkt ins Halbfinale ein, während sich die übrigen über die Hoffnungsrunden qualifizieren mussten.

Sol Degrieck und Alexia Kiefer Quintana stachen besonders hervor. Beide zeigten Kraft und Stil, die weit über ihr Alter hinausgingen: Der Belgierin gelang ein sauberer Taka, während Alexia kraftvolle Turns mit einem perfekten Backloop kombinierte. Damit zogen sie gemeinsam mit Lina Erpenstein und Sarah-Quita Offringa direkt ins Halbfinale ein.
PWA World Cup Teneriffa 2026: Showdown in El Médano
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In der ersten Hoffnungsrunde erzielte Maria Morales Navarro einen unglaublichen Score von 19,46 - den bisher höchsten im Damenwettbewerb - und unterstrich damit, warum sie in El Cabezo zu den Top-Favoritinnen zählt. Die Lokalmatadorin hatte sich in den letzten Jahren aus der Tour zurückgezogen, um sich anderen Dingen zu widmen; Jetzt meldete sie sich eindrucksvoll zurück und bewies, dass sie ihr Können keineswegs eingebüßt hat. Sie kam gemeinsam mit der Dänin Line Bang Wittrup eine Runde weiter. Lisa Wermeister gehört zu den talentiertesten Waveriderinnen und steht auf Maui regelmäßig auf dem Podium; im Bereich Sprünge musste sie in den letzten Jahren jedoch viel Arbeit investieren. Dies zahlte sich nun aus: Sie überstand die zweite Runde gemeinsam mit Milanka Linde, die mit einem Forward Loop in letzter Sekunde Bobbi-Lynn de Jong aus dem Rennen warf.

In der dritten Runde stieg das Niveau noch einmal. Vier Fahrerinnen sollten weiterkommen, vier sollten ausscheiden. Im ersten Heat zeigte sich ein deutlicher Leistungsunterschied zwischen den beiden Führenden - Justyna Sniady und der Tour-Spitzenreiterin Maria Behrens - und dem Duo Maria Morales Navarro und Milanka Linde. Justyna Sniady zeigte sich bei den Sprüngen makellos - mit einem Pushloop (4,00 Punkte) und einem gewaltigen Backloop (5,45 Punkte) katapultierte sie sich ins Halbfinale. Maria Behrens überzeugte vor allem durch ihre Scores in der Welle, doch ihr Backloop (4,50 Punkte) gab letztlich den Ausschlag, während Maria Morales Navarro keinen zweiten Sprung fand, um die Deutsche noch unter Druck zu setzen.

Im zweiten Heat wechselte die Führung mehrfach. Lisa Wermeister eröffnete den Wettbewerb mit zwei Wellenritten, konnte jedoch nicht ganz an ihre Form vom Tagesbeginn anknüpfen. Zwischen Line Wittrup und Pauline Katz lagen auf den Plätzen zwei und drei nur 0,16 Punkte. Line Wittrup schien durch einen kurz vor Ende des Heats gestandenen Backloop bereits auf Halbfinalkurs, doch ein Forwardloop von Pauline Katz in allerletzter Sekunde verschaffte ihr den entscheidenden Vorteil und den Einzug in die nächste Runde. Die Heat-Siegerin Marine Hunter setzte auf ihre große Stärke - das Wellenreiten - und sammelte bereits über 10 Punkte, bevor sie zum Springen überging. Diese Strategie zahlte sich aus und sicherte ihr den Platz im Halbfinale.

Pro Junioren


Wenn es um die Kanaren geht, ist Carlos Kiefer Quintana stets derjenige, den es zu schlagen gilt. Mit unzähligen Siegen in verschiedenen Altersklassen bewies der Youngster aus Gran Canaria erneut, dass er - trotz einer ausgekugelten Schulter - eine Klasse für sich ist! Den Ausschlag gab eine Wertung von 8,22 Punkten für einen Double Forward. Anton Richter leistete starken Widerstand und übertraf den Spanier sogar in der Wellenwertung; doch der Double Forward ist der entscheidende Move, und trotz eines beeindruckenden One-Footed Backloops konnte er Carlos Kiefer Quintana in der Luft nicht das Wasser reichen und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Auf dem dritten Platz landete Gregory Stathopoulos; auch ihm wurde der Double Forward zum Verhängnis. Zwar stand er den Sprung, doch die Landung war sehr unsauber, und ohne eine zweite starke Sprungwertung blieb ihm nur Rang drei. Ryu Noguchi belegte den vierten Platz und erzielte die besten Wave-Scores des Finales, konnte aber bei den Sprüngen nicht ganz mithalten und verpasste hier auf Teneriffa den Sprung aufs Podium.

Junioren


Der letztjährige Weltmeister der Junioren, Javier Escribano, hat sich in dieser Kategorie als derjenige etabliert, den es zu schlagen gilt. Nach Podiumsplatzierungen rund um den Globus strebt er den zweiten Weltmeistertitel in Folge an, doch seine Siegesserie auf den Kanarischen Inseln wurde an diesem Tag von Peter Gobisch vereitelt. Im Gegensatz zum Finale der Pro Junior Boys entschied sich dieser Wettkampf in der Welle, worauf sich Peter Gobisch zu Beginn des Heats konzentrierte. Trotz einer besseren Sprungperformance konnte Javier Escribano mit seinen Wave-Scores von 5,12 und 5,62 Punkten nicht am Deutschen vorbeiziehen und musste sich mit Platz zwei begnügen. Auf dem dritten Platz folgte Yannik Kolb Gonzalez. Nachdem er bereits mehrere Wettbewerbe in den Altersklassen U13 und U15 gewonnen hat, ist dies seine erste Podiumsplatzierung bei einem 5-Sterne-Event in der U18-Kategorie - und das gerade einmal mit 14 Jahren!

Die Vorhersage verspricht für Mittwoch noch stärkeren Wind. Die Entscheidung dürfte daher am sechsten Tag bereits fallen.

Ergebnis PWA/WWT World Cup Teneriffa 2026


Junioren U18:
1. ​Peter Gobisch (GER)
2. Javier Escribano (ESP)
3. Yannik Kolb Gonzalez (ESP)

Pro Junioren U21:
1. Carlos Kiefer Quintana (ESP)
2. Anton Richter (GER)
3. Gregory Stathopoulos (GRE)

Fotos: PWA World Tour/John Carter

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