Tiberias Israel PWA World Cup 2021: Das sagen die deutschen Fahrer

PWA World Cup Israel 2021Das sagen die deutschen Fahrer

Der Konflikt zwischen Israel und der Hamas machten den ersten PWA Slalomevent in Israel zu einem schwierigen Austragungsort. Wir haben Nico Prien, Gunnar Asmussen und Andy Laufer gefragt, wie sie den Event erlebt haben, wie die Bedingungen vor Ort waren und wie sie das Kräfteverhältnis zwischen Finnen- und Foil-Setup beurteilen.

von Ingo Meyer

Nico Prien:

„Die Organisation vor Ort war wahnsinnig gut und man hat sich sehr viel Mühe gegeben, dass es uns gut geht. Die Menschen in Israel waren alle super freundlich. Das Event ist für mich persönlich wirklich gut verlaufen. Speziell angesichts der Tatsache, dass ich wirklich so wenig Training und Vorbereitung wie noch nie hatte. Ich habe gemerkt, wie ich von Elimination zu Elimination besser fuhr und ich mich mehr und mehr auf dem Foil an den starken Wind gewöhnen konnte. Das ich gleich dreimal ins A-Finale fahre, habe ich gar nicht erwartet, da es vor allem mein erstes A-Finale überhaupt war. Der 2. Platz in Elimination 5 war natürlich Kirsche auf der Torte. Ich bin mit Platz 11 echt zufrieden, obwohl es in der letzten Elimination nochmal richtig eng um Platz 10 wurde.

Das Duell zwischen Finnen und Foils wird weiterhin spannend sein. An jedem Ort kann es zu einem anderen Ergebnis kommen. Unterschiedliche Wasseroberflächen, Strömungen und Wellen. Natürlich spielt auch die Beständigkeit des Windes eine maßgebende Rolle. Aber eines ist klar, wir sind noch nicht am Endstadium der Entwicklung vom Foil angelangt. Ich kann mir gut vorstellen, dass innerhalb von ein paar Jahren ein Großteil der Rennen auf dem Foil gefahren werden.

Ich war in Israel komplett offline mit Social Media und es wird auch hinterher nichts auf YouTube kommen. Angesichts der politischen Situation und was im näheren Umfeld von Israel gerade so passiert, war ich mir überhaupt unsicher dorthin zufliegen.Letzendes habe ich mich dann entschieden meine 'Arbeit' dort zu erledigen, jedoch konnte ich nicht einfach heile Welt im Internet spielen, wissend, was nur wenige Kilometer entfernt passiert.“
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Gunnar Asmussen:

„Endlich wieder ein World Cup und Fighten mit den Besten der Welt. Allerdings hab ich durch Andy (Laufer - Anm. d. Redaktion) kaum schlafen können. Das war wirklich Next-Level-Schnarchen. Da wir nur im Hotel und auf dem Event gelebt haben, waren wir im Prinzip komplett abgeschottet und haben von der aktuellen Lage in Israel wenig mitbekommen

Es war mein erster Event nach der OP. Irgendwie hab ich mich auf dem Kurs so gefühlt als ob ich Urlaub mache oder ich zum Freeriden da bin. Körperlich bin ich auf einem guten Level, jetzt muss ich dringend den Biss in den Rennen wiederfinden.

Die Bedingungen waren in Tiberias sehr speziell. Der Wind schwankte zwischen 5 und 35 Knoten, da bleibt man mit Slalom Material in den Windlöchern halt einfach stehen. Bei konstantem Wind hat Slalom auf der Geraden sicherlich noch einen Vorteil, aber bei den Halsen liegt das Foil vorne.“
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Andy Laufer:

„Super Organisation, jeden Tag Wind, Sonne und Surfen in Shorts. Die Bedingungen waren eigentlich auch sehr gut, allerdings mussten wir aufgrund der Liveübertragung ins israelische Fernsehen recht weit unter Land starten. Dadurch war der Wind extrem böig und schwankte teilweise zwischen 5 und 35 Knoten. Deshalb waren wir eigentlich gezwungen, fast immer mit dem Foil zu starten. Aus meiner Sicht natürlich eher 'Medium', da ich erst vor einem Jahr mit dem Foilen begonnen habe. Allerdings war ich mit meiner Performance überaus zufrieden.

Vom Speed her bin ich auf Finne und Foil schon ganz vorne dabei. Mir fehlt allerdings noch die 'durchgeflogene' Halse beim Foilen. Aber ich bin ja noch blutjung und kann ja noch üben. Nicolas Goyard ist aktuell auf dem Foil schon next Level. Er fährt grundsätzlich bei jeden Bedingungen auf dem Foil, was man auf dem Wasser sofort erkennen kann. Hier muss der Rest noch extrem aufholen.

Aufgrund des extrem böigen Winds muss man jetzt die Finnen/Foil Debatte etwas differenzierter betrachten. Auf dem Medium Board mit 7.8er Segel und konstantem Winden ist Finne immer noch das Maß aller Dinge, denke ich. Das werden die kommenden Events noch zeigen. Ab 2023 sind dann sowieso nur noch drei Boards und sechs Segel zugelassen, das große Slalom Board fällt dann weg.“

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