Vanora Engadinwind 2020: Foil Freestyle-Action auf dem Silvaplanersee

Vanora Engadinwind 2020Foil Freestyle-Action

Freestyle-Powermoves bei 3-4 Windstärken? - Mit dem Foil ist das möglich. Im Zuge des Vanora Engadinwinds fand auch die Foil-Freestyle Weltmeisterschaft statt. Balz Müller gewinnt!

von Mathias Genkel
Für Steven van Broeckhoven ist Foil-Freestyle die Zukunft des Freestyle-Windsurfens. Selbst wenn man nicht ganz so weit geht, so ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese neue Disziplin enormes Potential besitzt.

Zwar gingen beim Vanora Engadinwind nur 9 Herren und 3 Damen an den Start. Doch das wird sich in den kommenden Jahren ganz sicher ändern. Denn das Foilmaterial wird zunehmend ausgereifter und die Hersteller drängen mittlerweile mit speziellem Foil-Freestyle Material auf den Markt.

Der Contest wurde nicht im Heat-Format Mann gegen Mann bzw. Frau gegen Frau, sondern als Expression-Session gestartet. Als willkommene Abwechslung zum Powermove-Finfreestyle, wo fast jeder Move geduckt und dann in eine schnelle Rotation gepuscht wird, zählte hier auch ein Carving Move. Wer Balz Müller beim Foilen auf den Schweizer Seen beobachtet, wird feststellen, dass man beim Foilen fast von einer Kür sprechen kann.

Der enorme Auftrieb des Foils ermöglicht ganz neue Möglichkeiten. So gibt es bei den gefahrenen Moves Triple Duck Gybes oder Carving 360 into Duck Gybe. Durchgeflogene Upwind 360s sind ebenso möglich wie Heli-Tacks.
Was die Powermoves betrifft, so schraubt man sich schon bei wenig Wind in ungeahnte Höhen. Balz Müller beherrscht diese Kunst am besten und kombiniert in seiner beeindruckenden Performance stylische Oldschoolmoves mit neuen Airmoves. Damit wurde er verdient Foil-Freestyle Weltmeister.
Vanora Engadinwind 2020: Foil Freestyle-Action auf dem Silvaplanersee
Vanora Engadinwind 2020: Foil Freestyle-Action auf dem Silvaplanersee
Vanora Engadinwind 2020: Foil Freestyle-Action auf dem Silvaplanersee
Doch wie sieht es auf den Plätzen 2 bis 4 aus? Insider würden hier mit Jakob Müller rechnen. Doch der Bruder von Balz schaffte es nicht zum Event. Michael Naef, ein weiterer Schweizer Windfoil-Pionier, war aber am Start und beeindruckte mit hohen Shakas und Funnells. Doch Steven van Broeckhoven, die belgische Wettkampfmaschine, hatte in Zeiten des Lockdowns auf den belgischen Seen, fernab der Küste, fast schon heimlich, seine Foilkünste perfektioniert. Er schaffte es damit auf den zweiten Platz, ist Foil-Freestyle-Vize-Weltmeister und sicherlich motiviert im nächsten Jahr um Platz 1 zu kämpfen.

Nicht zu vergessen ist Lennart Neubauer. Der deutsche Nachwuchssurfer, der auf Naxos lebt, mausert sich immer mehr zum Allrounder und mischt auch beim Foil-Freestyle fleißig mit. Zwar reichte es nur für den undankbaren 4. Platz. Doch man kann fast sicher sein, dass das in den nächsten Jahren nicht so bleiben wird.
Vanora Engadinwind 2020: Foil Freestyle-Action auf dem Silvaplanersee
Vanora Engadinwind 2020: Foil Freestyle-Action auf dem Silvaplanersee
Vanora Engadinwind 2020: Foil Freestyle-Action auf dem Silvaplanersee
Auch drei Damen gingen beim Foil-Freestyle an den Start. Hier holte sich Balz Müllers Freundin Eva Wyss, ebenfalls aus der Schweiz stammend, den Sieg vor Anina Heimoz und Laura Rudolph. Auch diese beiden jungen Mädels sind Eidgenossinnen.

Woran liegt es also, dass Foil-Freestyle im Alpenstaat so gepuscht wird? - Sicherlich spielen die Bedingungen eine entscheidende Rolle. Während die norddeutschen Windsurfer mit regelmäßigen Starkwinden gesegnet sind, fällt die durchschnittliche Windgeschwindigkeit auf den Schweizer Bergseen deutlich geringer aus. Gleichzeitg sind die Gewässer tief und es gibt kein Seegras.
Während man mit dem normalen Freestyleboard auf die Böen wartet, um ins Gleiten zu kommen, fliegt man mit dem Foil einfach dorthin, wo der Wind am besten weht.

Der Vanora Engadinwind ermöglicht aufschlussreiche Einblicke in die Zukunft des Windsurfens und hat mit der Foil-Freestyle-Weltmeisterschaft eine der progressivsten Disziplinen am Start. Wir freuen uns auf mehr!
Ergebnisse Foil-Freestyle Weltmeisterschaft

Herren:
1. Balz Müller
2. Steven van Broeckhoven
3. Michael Naef
4. Lennart Neubauer

Frauen:
1. Eva Wyss
2. Anina Heimoz
3. Laura Rudolph

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