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Freeride vs. Freerace - Teil 2


Sollte die Wasseroberfläche jedoch unruhig werden, fallen diese Unterschiede längst nicht mehr so stark in das Gewicht. Vor allem für technisch weniger versierte Fahrer wird der Aspekt der Kontrolle an Einfluss auf die Geschwindigkeit zunehmen. Das Freeride Equipment lässt sich selbst bei starkem Chop noch fantastisch kontrollieren, wodurch unsere Tester bei Zeiten sogar schneller als auf dem Freerace Setup waren. Beim Racing Material trennte sich die Spreu vom Weizen. Wer genug Mut und Kraft besitzt, das Rig konsequent dichtzuholen und auch bei Chop genügend Druck auf die Rails bringt, ist damit immer noch am schnellsten. Wer das Rig jedoch auch nur einen Spalt öffnet, wird wohl nicht nur seine Pole Position aufgeben, sondern sich nach überstandenem Crash als gedemütigtes Häufchen Elend, irgendwo zwischen Latte sieben und Gabelbaum auf dem Segel liegend, wiederfinden. Spaß beiseite, wir persönlich bevorzugten in diesen Bedingungen für alles, außer für das reine Wettkampfgeschehen, das Freeride Equipment. Bei rauen Bedingungen lässt es sich viel einfacher surfen und ist dank seiner fantastischen Kontrolle eine echte Konkurrenz zu den reinrassigeren Kollegen. Für weniger versierte Fahrer wirkt sich die bessere Kontrolle schlicht in höherer Endgeschwindigkeit aus. Die stärker rennorientierten Setups verfügen zwar über ein höheres Geschwindigkeitspotential. Dieses lässt sich jedoch nur mit dem nötigen Fahrkönnen abrufen. Anderenfalls macht man nicht nur im Bereich der Endgeschwindigkeit Abstriche, sondern auch bei der Kontrolle und beim Fahrkomfort.

Das Freeride Equipment tut sich außerdem am schwersten damit durch Windlöcher zu gleiten. Dort machen sich Camber im Segel sehr positiv bemerkbar und können ihren dynamischen Vortrieb dank ihres starren Profils auch ohne tatsächlichen ausspielen, während sich camberlose Segel eher flach ziehen und dadurch Kraft einbüßen. Auch im oberen Windbereich bringt der straffe Shape der Cambersegel ein Plus an Stabilität. Im Gegenzug begeistern camberlose Freeridesegel dann mit ihrer guten Manövertauglichkeit und leichterem Segelgefühl.

Freeride vs. Freerace
Freeride vs. Freerace
Tabou Rocket 115 Ltd Volumen: 115 l, Länge: 242 cm, Breite: 63 xm, Finne: 38 cm

An der Halsentonne müsste das Freeride Setup aller Erwartungen nach die beste Performance zeigen. Tatsächlich war es auch im Test so, allerdings fielen die Unterschiede zwischen den Setups geringer aus als angenommen. Das schmalere und fehlerverzeihende Rocket stellt weniger hohe Ansprüche an den technischen Input des Piloten. Halsenspezialisten könnte das Manta trotzdem begeistern, da es eine größere Varianz im Radius zulässt. Sobald die Kante des Rocket greift, zieht es ruhig und sicher durch den Turn. Das Manta hingegen kann auch in der Halse (mit dem dafür nötigen Nachdruck) noch enger gesteuert werden. Unserer Meinung nach wurde das Speedster durch seine Extrabreite in der Halse etwas ausgebremst. Dem camberlosen Segel konnte in der Halse natürlich kein Konkurrenzprodukt das Wasser reichen: sein butterweiches Shiften und leichtgewichtiges Handling waren außer Reichweite. Das 2XC war noch deutlich einfacher in der Handhabe als das reinrassige Racesegel SCR, das sich in der Halse schwer anfühlte und nur mühsam zu rotieren war.

Was jedoch bedeuten diese ganzen Eindrücke letztendlich für den geschwindigkeitsverliebten Surfer? Zu welchem Setup sollte er für seinen Geschwindigkeitsrasch greifen? Welches Material lässt ihn mit einem breiten Grinsen vom Wasser kommen und von seinen Speedruns und lang gezogenen Laydown – Jibes schwärmen? Um bei dieser Entscheidung zu helfen, ordnen wir die drei Setups Freeride, Freerace und Race unterschiedlichen Stereotypen zu.

Simmer 2XC, 7,1 qm
Gabel: 211 cm
Vorliek: 459 cm
Cams: 2
Latten: 6

Simmer VMax, 7,2 qm
Gabel: 210 cm
Vorliek: 467 cm
Cams: keine
Latten: 6
Das Freeride Setup ist ohne Zweifel das benutzerfreundlichste aller drei Konkurrenten und wird Novizen wie auch Fortgeschrittene begeistern. Dank des kraftvollen Segels beginnt es früh loszugleiten und erwartet den geringsten technischen Aufwand. Mit anderen Worten gesprochen in die Leistung einfacher abrufbar, was sich bei einem Großteil der Freizeitsurfer in höherer Endgeschwindigkeit bemerkbar macht. In unruhigem Wasser und bei Chop lässt sich dadurch selbst das professionelle Race Equipment schlagen. Dabei ist das Freeride Equipment auch noch komfortabler zu surfen! In Windlöchern und auf glatter Piste kann es aber nicht an die Performance der reinrassigen Konkurrenz anknüpfen. Um es zusammenzufassen, ist dieses Setup wohl für alle, die nicht nur darauf versessen sind auf flacher Piste ultimativ Gas zu geben, die beste Wahl.

Das Freerace Paket war für uns am schwierigsten einzuschätzen. Das liegt daran, dass seine Stärke in seinem Kompromiss liegt. Wer technisch nicht überdurchschnittlich versiert ist, auch mal in choppy Bedingungen surft und in der Halse genau so viel Spaß hat wie auf der Geraden, entscheidet sich eher für das Freeride Equipement. Wer auf reinen Topspeed auf flacher Piste aus ist, wählt konsequenterweise das Racing Material. Ehrlich gesagt konnten wir in der Halse keinen wirklichen Vorteil des Speedsters im Vergleich zum Manta feststellen. Dafür ist das Speedster mit etwas weniger Input und Kraftaufwand auf Hochgeschwindigkeit zu bringen. Bei dem Rig waren die unterschiede deutlicher bemerkbar. Das Freeracesegel ist leichter und viel einfacher aus dem Wasser zu starten als das Racesegel und gleitet mit seinem Camberprofil deutlich besser durch Windlöcher als der camberlose Stallgefährte.

Freeride vs. Freerace
Tabou Speedster 75 Ltd Volumen: 118 l, Länge: 233 cm, Breite: 75 cm, Finne: 44 cm

Das Race Setup wird allen Erwartungen gerecht. Unfassbar schnell und anspruchsvoll zu surfen! Nur gute Windsurfer werden von diesem Setup profitieren. Alle anderen werden damit wohl überfordert sein, der Spaß- und Geschwindigkeitsfaktor leidet dann. Wieso sollte sich gerade ein guter Surfer, für den Topspeed über alles geht, jedoch mit weniger zufrieden geben?

Eine kleine Anregung zum Schluss: wie wäre es denn, die Vorteile eines Freerace Rigs (Stabilität, Geschwindigkeit, Zug durch Windlöcher) mit denen eines Freerideboards (Kontrolle, Komfort, Spaßfaktor) zu kombinieren? Nun, wir haben es getan und können nur sagen, dass es für uns das beste und alltagstauglichste Setup von allen war!



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