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Designer aus Leidenschaft: Patrik Diethelm im Interview - Teil 2


Nachfrage dazu, viele Patrik-Fahrer waren ja immer sehr zufrieden damit, dass das Design gleich bleibt. Wird sich jetzt mit dem neuen Design auch der Änderungszyklus ändern?
Um ehrlich zu sein, wissen wir das noch nicht genau. Da wir seit diesem Jahr mit einem italienischen Designer zusammen arbeiten, wollen wir natürlich auch abwarten wie die neuen Grafiken ankommen. Wenn es aber Änderungen gibt, dann werden diese absolut minimal ausfallen. Für denjenigen, der die schlichte Linie bevorzugt haben wir weiterhin die „Bionik“-Grafik mit den Linien in unserer hohlen Bauweise Airinside. Ebenso biete ich wieder vermehrt eigene Customboards an – sowohl was den Shape, die Konstruktion sowie das Design betrifft. Unser treuer, klassischer Patrik-Kunde wird also nicht vergessen. Durch Rücksprache mit unseren Kunden ließ sich auch ein Trend erkennen: wer das schlichte Design bevorzugt, ist im Durchschnitt auch bereit in höherwertige Produkte zu investieren.

Sehr gut, damit stellst Du Dir quasi die nächste Frage selbst. Wie geht es mit dem Thema Airinside Windsurfboards weiter? Man hat das Gefühl, dass es ein wenig stagniert hat.
Also bisher gab es die Airinside-Boards aus Entwicklung- und Testgründen nur für unsere Teamfahrer. Dazu muss man sagen, dass die Produktion bisher einem Atelier glich, wo einige Leute alles per Handarbeit gebaut haben. Nun ist es aber soweit und wir werden die Airinside-Produkte an den gesamten Markt anbieten. Das heißt, jeder kann sich die Bretter bestellen.


Designer aus Leidenschaft: Patrik Diethelm im Interview
Designer aus Leidenschaft: Patrik Diethelm im Interview

Somit hat sich für das kommende Jahr einiges geändert. Dem aber noch nicht genug. Im Netz war die Ankündigung zu lesen, dass es im neuen Jahr Segel von Patrik Diethelm geben soll. Kannst du uns dazu mehr verraten? Und vor allem, was waren die Beweggründe dafür?
Also eigentlich gibt es zwei Gründe dafür. Der Windsurfmarkt ist immer umkämpfter und die Firmen, die in allen Segmenten - Bretter, Segel, Accessoires wie Neopren, Trapeze sowie auch Kites - ein Angebot haben, sind sehr stark. Da wir auch nicht als Direktvertrieb sondern mit einem Netz aus Importeuren, Verkaufsagenten und Shops arbeiten, werden die Margen mehrmals geteilt und es braucht einen gewissen Umsatz, um bestehen zu können. In den letzten zwei Jahren spürten wir deutlich, dass der Kampf an die Grenze unserer Stärke geht und wir mussten eine Entscheidung treffen. Viele unserer Kunden fahren unsere Bretter aus Überzeugung und die Segelmarke und Zubehör dazu ist meistens sehr unterschiedlich. Nachdem wir das Gespräch mit unserem Kunden gesucht haben bestätigte es unsere Idee auch Segel und die dazugehörigen Komponenten als Gesamtpacket anzubieten.

Ich bin einfach ein Produkte-Perfektionist. Neue gute Produkte zu entwickeln macht mir am meisten Spaß. Mehr als das Marketing zu perfektionieren oder den Verkauf im Detail zu optimieren. Natürlich ist das auch wichtig. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass langfristig das gute Produkt das Wichtigste ist. Das ist die Basis und Philosophie von Patrik.

Um alles zu meistern braucht es auch zusätzliche Angestellte, aber Produkte zu entwickeln dauert ca. ein bis zwei Jahre und kann danach sofort an unsere existierende Partner und Kunden angeboten werden. Mit dem Komplettangebot wird für uns auch die Kunden Beratung einfacher und wir können ganz spezifische Tuningtipps weitergeben.


Designer aus Leidenschaft: Patrik Diethelm im Interview

Wie entwickelst du die Segel? Hast du einen Segelmacher oder baut die Entwicklung auf deinen Erfahrungsschatz auf? Wie war der Weg zu einem fertig entwickelten Segel?
Als Wettkämpfer habe ich schon immer mit Segeln zu tun gehabt und mit der Entwicklung von eigenen Brettern hat sich das Ganze über Jahrzehnte noch viel mehr vertieft. Auf dem Wasser weiß ich ganz genau was es braucht. Für einige Segelmarken habe ich auch spezifische Modelle wie Speed und Slalom von Null aus entwickelt und im Wettkampf mit Resultaten bestätigt. Über all die Jahre habe ich meine Lieblingssegel gesammelt und nun mussten auch einige dieser Segel dran glauben und wurden komplett zerlegt. Das Älteste war fast 20 Jahre alt! Was dann noch zu lernen blieb war das Segelprogramm und die genaue Auswirkung einer Maßänderung in den verschiedenen Bereichen. Um alle Entwicklungsaufgaben zu meistern vor allem im Computer Bereich arbeite ich mit einem Designer aus Italien zusammen, welcher gerade seinen Uniabschluss in der Automobil-Branche gemacht hat.

Die Anfangsentwicklung ist natürlich ein Wahnsinnsaufwand - sowieso weil in dieser Branche jeder sein Wissen für sich behält und man nirgendwo etwas nachlesen kann. So blieb uns eben nichts anderes übrig als alles erstmal auszuprobieren, auszutesten und Unmengen von Prototypen zu bauen. Um alleine raus zu finden welche Camber Größe die Beste Performance und Rotation haben wir 6x Segel gebaut – einmal mit langen Cambern, mit kurzen, mit den mittleren und dann noch alles gemischt. Um die Lernschritte bei der Luffkurve schneller voran zu treiben haben wir alle Mastgrössen von 370 bis 550 kompatibel zueinander in allen drei Kurven „Flex-Top“, „Konstante-Kurve“ und „Hartes-Top“ bauen lassen. Klar ändert sich auch die IMCS-Härte wenn man zum Beispiel das weiche Top mit der weichen Base zusammen steckt bekommt man eine weiche „Konstante Kurve“ und mit dem der harten 550 Base und dem weichen 370 Top gab es einen super weichen 460er. Je nachdem welche Segel/Masten Kombination am besten war konnten wir verstehen wie beim nächsten Prototypen die Luffkurve angepasst werden muss damit später alle Segel mit „normalen“ Masten geriggt werden können.



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