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Schnelle Turns und lauter Tekkno: Lina Erpenstein im Interview - Teil 4


Was würdest du Nachwuchssurferinnen raten, die auch irgendwann bei der PWA mitfahren wollen? Ist Training alles?
Am wichtigsten ist auf jeden Fall erstmal, immer den Spaß zu behalten. Das merke ich selbst auch immer wieder, die besten Heats fahre ich, wenn ich am meisten Spaß habe. Außerdem ist Wasserzeit unglaublich wichtig, egal bei welchen Bedingungen. Leichtwind, Freestyle, alles hilft um mehr Segelgefühl und -kontrolle zu haben und an den guten Tagen wird sich jede Stunde, die man in schlechteren Bedingungen geübt hat, auszahlen.

Du bist nicht nur Studentin und Surferin, sondern nebenbei auch noch als DJ keine Freundin der leisen Töne: welche Ähnlichkeiten gibt es da für dich mit dem Surfen, einfach immer Vollgas?
Das habe ich in den letzten Jahren ein bisschen für mich als Hobby entdeckt. Ich liebe einfach Musik und freue mich, wenn sich Leute über gute Musik freuen. Wie beim Windsurfen vergisst man was sonst noch so alles passiert und genießt den Moment in vollen Zügen. Ich glaube das fasziniert mich daran so.


Schnelle Turns und lauter Tekkno: Lina Erpenstein im Interview
Schnelle Turns und lauter Tekkno: Lina Erpenstein im Interview

In immer mehr Sportarten gibt es den Ruf nach mehr Gleichberechtigung, im Wellenreiten gibt es seit diesem Jahr gleiches Preisgeld für Frauen und Männer. Ein Schritt, den sich auch das Windsurfen irgendwann trauen sollte?
Auf jeden Fall. Wie gesagt, nur wenn Frauen die Chance haben, trainieren zu gehen können sie sich auch entwickeln und das Level wird weiter steigen. Aktuell sind nicht nur die Preisgelder verschieden, sondern besonders die Deals bei den Marken haben haushohe Unterschiede. Dagegen könnte man mit gleichem Preisgeld zumindest ein bisschen entgegenwirken. Das Totschlag-Argument „Frauen surfen nicht so gut wie Männer“ ergibt in meinen Augen überhaupt keinen Sinn, denn zuerst einmal hatten bisher kaum Frauen wirklich die Möglichkeit, mal auszutesten, wie gut man als Vollprofi so werden kann. Quasi alle Frauen haben noch einen Job oder eine Ausbildung am Laufen, um sich das Surfen zu finanzieren. Im Vergleich dazu gibt es bei den Männern noch jede Menge Profis, die seit teilweise Jahrzehnten nur Windsurfen.

Zudem ist Windsurfen ein sehr physischer Sport, da haben wir definitiv naturgemäß einen Nachteil. Trotzdem heißt das nicht, dass Frauen schlechter surfen. Ich finde es eigentlich sogar spannend zu sehen, denn genauso wie Frauen anders Fußball spielen, surfen wir auch anders und es ist doch total spannend, wo wir mit anderen physischen Voraussetzungen als Männer hinkommen können, wenn wir nur ausreichend gefördert werden.


Schnelle Turns und lauter Tekkno: Lina Erpenstein im Interview

Wie stehst du als Vielreisende zum Thema des Jahres, die Klimakrise? Hast du manchmal ein schlechtes Gewissen bei den vielen Meilen im Flieger?
Auf jeden Fall, und es gibt leider auch keine Art sich das irgendwie schön zu reden. Ich weiß, welchen Schaden die vielen Flugstunden anrichten aber bin trotzdem irgendwie nicht bereit, das vollständig aufzugeben. Zu Hause versuche ich auch an anderen Enden zu sparen: fahre im Alltag nur Fahrrad, esse vegetarisch und nutze den Zug, um in die Heimat zu fahren. Trotzdem sind das keine Entschuldigungen und mit meinem Gewissen kann ich es auch nicht so ganz vereinen.

Wenn du drei Wünsche für 2020 frei hättest, welche wären das?
Puh schwierige Frage. Ich würde wohl sagen, gesund zu bleiben, für sowohl meine Familie als auch Freunde. Dann würde ich am Ende des Jahres gerne auf ein erfülltes Jahr mit vielen tollen Sessions und Momenten zurückblicken können.

Und, auch wenn das ein etwas anderes Thema ist, aber da ich das Buch „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert“ gerade lese, beeinflusst mich das wohl auch, zuletzt noch, dass weltpolitisch wie lokal vielleicht ein paar kluge Entscheidungen getroffen werden.

Abschließend noch: wie wirst du Weihnachten feiern? Auf dem Wasser? Und wird dir Deutschland dabei fehlen?
Hoffentlich auf dem Wasser und mit abendlichem Grillen mit Freunden! Meine Familie und Freunde zu Hause werden mir auf jeden Fall fehlen und ich freue mich auch jetzt schon, sie im Frühjahr wiederzusehen.

Danke für das Interview und Merry Christmas!

Interview: Lukas Poddng, Fotos: John Carter/PWA, Lina Erpenstein



Alle Bilder (27):
Lina lebt momentan auf der Sonnenseite!
In den Wellen Zuhause
Ob unter oder über der Lippe
Oder auch in der Luft: die Frau kann alles!
Partner in crime: die Surfbuddies Steffi Wahl und Lina
Lina und ihr Lieblingsspielzeug
Auch massive Wellen sind kein Problem!
Solche Turns würde wohl jede/r gern können
Auch solche Loops machen neidisch...
Da möchte man wirklich nicht die Welle sein
So wird man Europameisterin.
Hier hat nicht nur das Jever
Auch mit Haube auf Sylt eine Macht!
So fuhr Lina auf Sylt auf Platz 4
Und fliegen kann sie auch noch!
Living the Dream in Down Under
Spontaner Spaß: Linas Teilnahme am Weltcup auf Teneriffa als Lernablenkung
Eigentlich sollte sie fürs Physikum lernen, ...
wie man sieht ist sie aber mit Windsurfen einfach glücklicher.
So fuhr sie den Weltcup spontan mit und überzeugte.
Nach dem Lernen am Morgen mit dem Surfen am Tag.
Und holte sich so mal eben Platz 4 ab. Chapeau!
Bei so einer Saison 2019 kann man sich schon mal freuen!


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