
Lars Gobisch
Das stimmt. Meine Eltern windsurfen schon lange. Da haben mein Bruder Stefan (von Stefan Gobisch haben wir schon einige Reisegeschichten veröffentlicht, siehe Rubrik Travel - Anm. d. Red. Spotguide Cornwall, Spotcheck Ireland) und ich natürlich auch angefangen. Wir waren früher regelmäßig auf Rügen und in den Ferien auch an der polnischen Ostseeküste.
War das problemlos möglich an der Ostseeküste zu surfen? Bestand da nicht eine potentielle Fluchtgefahr?
Auf Rügen waren einige Strände gesperrt, an der Nordwestküste z.B., die zu nahe an Dänemark liegen. Aber sonst war es kein Problem, nach Polen durften die Bürger der DDR ja reisen.


Und wie kamt ihr an das Material? Es gab ja wahrscheinlich keinen Windsurfshop.
Da war in der Tat Improvisation gefragt. Mein Vater hat die Boards für uns und unsere Freunde selber gebaut. Ich hatte z.B. als kleiner Bengel ein 2m Board von ihm und habe Finnen - und Schlaufenkästen selber laminiert. Jeder hatte sein Spezialgebiet, einer unserer Bekannten war für die Masten zuständig, einer für Segel usw. und so hat man sich dann alles zusammen gesammelt. Ich weiß noch, dass mein Vater einmal über Beziehungen ein Westsegel gekauft hat, ein Lefebvre war das, glaube ich. Das hat dann aber auch seinen Monatslohn gekostet, er war damals Leiter einer Poliklinik.
Habt ihr die DDR erst nach der Wende verlassen?
Nein, wir sind ein Jahr vor der Wende über Ungarn geflüchtet. Ein Surfurlaub am Plattensee war der Vorwand. Keiner unserer Freunde oder Bekannten wusste von dem Vorhaben, selbst mein jüngerer Bruder hat es erst auf der Fahrt erfahren.



















