Island Games Rügen: Contestdebüt im November

Island Games RügenContestdebüt im November

Im eigentlich zu kalten November fand die erste Auflage der Island Games als Freestyle-Contest in Suhrendorf auf Rügen statt. Nun sollen auch Wave-Events folgen. WINDSURFERS hat Philipp Grzybowski, einen der Organisatoren ein paar Fragen zum Contestformat gestellt.

von Mathias Genkel
Hi Philipp, danke, dass du dir Zeit für das Interview nimmst. Wenn ich es richtig verstanden habe, bist du einer der Köpfe hinter dem neuen Contestformat „Island Games“. Kannst du uns ein bisschen über das Konzept und die Entstehungsgeschichte verraten?
Moin, ja richtig. Flo und ich hatten die Idee. Und Markus hat direkt begeistertet mit angepackt. Konzept und Entstehungsgeschichte gehen ziemlich Hand in Hand. Denn es gibt jede Menge Gründe dafür, warum ein Event wie die Island Games längst überfällig ist. In unseren Augen fehlt es einfach an Amateurwettkämpfen in Deutschland - also im Freestyle und in der Welle. Klar kann bei den GFB jeder mitfahren und der DWC hat seine Rookieklasse für Neueinsteiger. Aber seien wir mal ehrlich: Wirklich einladend für Neulinge ist beides nicht - weder der Shorebreak vor Sylt noch die Vorstellung mit Spock und Flaka gegen die deutsche Freestyleelite abzulosen. Und gleich mal vorweg: die Island Games sollen keinen Gegenpol darstellen, sondern viel mehr ergänzen. Wenn GFB und DWC die Bundesliga sind, sind wir sowas wie die Regionalliga. Und apropos regional, Rügen ist einfach eine traumhafte Insel für Windsurfer. Grade in den besagten beiden Disziplinen. Die Bodden sind einfach genial zum Freestylen und mit genügend Druck, hast du auch für fast jede Windrichtung gute Welle. Es ist fast erstaunlich, dass es hier keine Wettkämpfe gibt.
Island Games Rügen: Contestdebüt im November
Island Games Rügen: Contestdebüt im November
Island Games Rügen: Contestdebüt im November
Die erste Auflage der Island Games war ein Freestyle-Contest, der, und das ist fast unglaublich, Anfang November in Norddeutschland, also auf Rügen, stattfand. Kannst du ein bisschen was zu den Bedingungen und der Infrastruktur vor Ort sagen?
Ja, Wahnsinn, dass das schon November war. Ich meine wir hatten zwei Tage Sonnenschein und Wind, außer in meinem ersten Heat (lacht). Wir wollten einfach noch 2021 den Stein ins Rollen bekommen. Und weil du auf dem Bodden überall stehen kannst, ist es auch an kalten Tagen noch angenehm. Dass es so nett wird, haben wir uns selber nicht erträumt. Die Ummaii Station in Suhrendorf war der erste Austragungsort und die Mädels und Jungs sind echt top in der Organisation von Veranstaltungen. Dass wir gleich eine Moderation und Räumlichkeiten zur Verfügung hatten, hätten wir zuvor auch nicht zu hoffen gewagt. Dazu die coole Sauna… das war ziemlich perfekt. Suhrendorf ist so ziemlich der Hauptspot zum Freestylen. Vorne wird es fast nie choppy und der Wind kommt bei westlichen Richtungen immer frei rein. Abgesehen vom Seegrass ist das also ein genialer Spot.

Sauna, Freestyle, nettes Beisammen-Sein, Sonne - und das im November! Rügen wird seinem Ruf als Sonneninsel Deutschlands gerecht und Ummaii ist wohl nicht umsonst ein Wortspiel aus Ummanz und Hawaii. Wie war denn so das Niveau bei den Heats und wie war es, zu organisieren und gleichzeitig im Contest an den Start zu gehen?
Das Niveau war genau so wie wir es uns erhofft haben. Wir konnten die Fahrer/innen im Vorfeld etwas vorsortieren. Wir hatten das Oldschool-Feld, wo Duckjibes, 360er und Airjibes die vorherrschenden Manöver waren. Das Hauptfeld ist mit Spock, Flaka und SemiKono übers Wasser geslidet. Naja und dann waren da noch Markus und Du zu bestaunen: Spock Culo und was weiß ich was noch alles (lacht). War schön anzusehen. Aber wie eingangs erwähnt, soll unser Fokus weiter auf dem Regionalliga-Niveau bleiben. Niemand der mitfährt, soll das Gefühl haben chancenlos in einen Heat zu gehen. Das Vorsortieren oder auch das Mehrfachwerten von Manövern kam gut an und das werden wir beibehalten. Die Organisation im Vorfeld war recht easy. Ich meine wir sind überall offene Türen eingerannt. Der Campingplatz hat an dem Wochenende sogar extra nochmal für uns aufgemacht. Und Kai von Ummaii war direkt hellauf begeistert.

Vor Ort war es dann schon stressiger. Wir waren gut vorbereitet und konnten das Judging fast komplett digital auswerten. Aber Rennerei haste trotzdem die ganze Zeit. Aber jeder vor Ort hat mit angepackt. Wir hatten echt Schiss keine Judges zu haben. Aber alle hatten Bock und waren voll mit dabei.
Island Games Rügen: Contestdebüt im November
Island Games Rügen: Contestdebüt im November
Island Games Rügen: Contestdebüt im November
Kais positive Ausstrahlung ist immer ein Highlight und dazu noch die Moderation und die gute-Laune-Musik… und es gab ja sogar satte Preise! Wie habt ihr das denn organisiert?
Markus und ich haben mit Sailloft/Flikka und Gunsails/Tabou ohnehin Unterstützung an der Hand und alle vier Hersteller haben uns direkt ihre Unterstützung zugesagt. Flo konnte dann hier vor Ort noch ein paar Sponsoren gewinnen. Bei Treibholz sind die meisten ohnehin Wassersportler und auch bei der Inselbrauerei Surfen einige. Und dann haben uns noch der Stralsunder Surfshop und die Surfschule in Lietzow auf Rügen mit Getränken versorgt. Ich glaube, dass das Potential hier riesengroß ist, auf allen Ebenen. Der Stein muss nur erstmal rollen.

Wird es möglich sein bei dem Wave-Contest mit ähnlich guten Rahmenbedingungen zu punkten? Das stelle ich mir schwer zu toppen vor.
Welle wird tricky. Geplant sind Mukran und Kreptitz. Je nach Windrichtung sind das die Top-Spots auf Rügen. Beides wird schwierig mit dem Judgen. Da müssen wir uns wirklich noch was überlegen. Du kannst ja keine Bullis an die Wasserkante stellen. Aber ich bin da zuversichtlich. Da fällt uns schon noch irgendwas ein.

Wenn ich als motivierter Surfer an dem Wave- oder Freestyle-Contest teilnehmen möchte. Welche Voraussetzungen muss man mitbringen und wie erfolgt die Anmeldung?
Wenn du motiviert bist, ist das Voraussetzung genug. Punkte im Freestyle bekommst du schon für Chop Hop und Duckjibes. In der Welle wird's ähnlich werden. Wenn du da sicher fahren kannst, wirst du auch dort mit Kleinigkeiten Punkte sammeln können. Es geht um Spaß an der Sache und darum, Wettkampferfahrung sammeln zu können. Ich denke wenn so ein Wettkampf nicht frustriert, sondern Spaß macht, ist das die perfekte Motivation an neuen Manövern zu arbeiten und besser zu werden. Anmelden wird man sich wieder über unsere Website können. Allerdings werden wir etwas mehr Flexibilität von den Fahrer/innen brauchen. Wir müssen da ein wenig mehr ins Standby-Format. Daher ist es am besten, uns auf den sozialen Netzwerken zu folgen, um den Startschuss nicht zu verpassen.

Danke für das Interview, Philipp. Wenn ihr auf dem Laufenden bleiben oder euch anmelden wollt, checkt die Website island-games-ruegen.de und Instagram.

Statements der Siegerin Fiona Jendrzi und des Siegers Markus Marsand

„Es war mein erster Contest und hätte Philip mich nicht überredet, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen teilzunehmen. Im Endeffekt hat es sich echt mega gelohnt und es hat super viel Spaß gemacht mit allen auf dem Wasser. Auch wenn man noch nicht so viele Tricks kann, hatte man nicht das Gefühl abseits zu sein, sondern eher, dass alle eine große Surffamilie sind und ich bekam viele hilfreiche Tipps. Nächstes Mal bin ich auf alle Fälle wieder dabei.“
Fiona Jendrzi aus Leipzig

„Die Island Games waren für mich ein Highlight des letzten Jahres. Ganz besonders die super herzliche Atmosphäre hat den Contest total entspannt gemacht. Das I-Tüpfelchen war dann natürlich noch das Kopf an Kopf Rennen um den Sieg, mit meinem langjährigen Freestyle-Idol Mathias Genkel. Nun bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Saison einige windige (und gerne auch wärmere) Wochenenden bietet, damit wir bei den Island Games viele glückliche Gesichter auf dem Wasser sehen können.“
Markus Marsand aus Rostock

Fotos: Marcus Friedrich

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