PWA World Cup Yokosuka 2023: Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel

PWA World Cup Yokosuka 2023Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel

Ohne weitere Rennen aber mit viel Drama geht der letzte Tag beim PWA World Cup in Yokosuka zu Ende: Johan Se wird disqualifiziert. Blanca Alabau und Matteo Iachino sind die neuen Weltmeister im Slalom. Lina Eren und Amado Vrieswijk holen sich den Sieg in Japan.

von Sven Block
Wie vorhergesagt, reichte das kleine Windfenster am Vormittag, das ohnehin nur 4 bis 7 Knoten versprach, nicht mehr, um noch weitere Entscheidungen unter vertretbaren Wettkampfbedingungen durchzuführen. Lina Eren und Amado Vrieswijk gewinnen den Fly! ANA Yokosuka, Miura Windsurf World Cup 2023 in Japan. Aber in Japan werden nicht nur die Event-Sieger gekürt, sondern auch die Weltmeistertitel vergeben.

Vor 14 Jahren im Jahr 2009, hatte Matteo Iachino sein Debüt auf der PWA World Tour. Zu dieser Zeit machten Fahrer wie Antoine Albeau, Finian Maynard und Björn Dunkerbeck die Spitzenplätze unter sich aus. 2013 fuhr er das erste Mal in die Top-10, nahm dann mit Rang acht und Rang drei weiter Fahrt auf, bis er 2016 vor Pierre Mortefon und Ross Williams Weltmeister wurde. Sein ärgster Konkurrent in all diesen Jahren war aber Antoine Albeau, der auch 2017 und 2018 noch dafür sorgte, dass für Matteo Iachino nur der zweite Platz vorgesehen war. 2019 sorgte Pierre Mortefon dafür, 2021 Nicolas Goyard und letztes Jahr schließlich Maciek Rutkowski. Und in diesem Jahr sah alles danach aus, dass der junge Däne Johan Se mit dem Nickname The Beast dafür sorgen sollte, dass Matteo Iachino wieder nur mit den zweiten Platz vorlieb nehmen durfte.

Aber dann heute Morgen der Knall und diese Kröte musste auch PWA Moderator Ben Proffitt sichtlich bewegt im kurzen Livestream erst einmal schlucken. New to the News: World-Tour-Spitzenreiter Johan Se wird für den Event in Yokosuka disqualifiziert.
PWA World Cup Yokosuka 2023: Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel
PWA World Cup Yokosuka 2023: Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel
PWA World Cup Yokosuka 2023: Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel
In einer ersten Stellungnahme der PWA heißt es: Bei der Ausrüstungsinspektion der Top-Fahrer beim PWA-Slalom-Finale in Japan wurde leider festgestellt, dass der dänische Segler Johan Se, DEN-37, ein Segel verwendet hatte, dessen ursprüngliche Werksspezifikation geändert worden war und nicht der registrierten Spezifikation entsprach.

Johan Se fällt damit vom zweiten Platz auf den 49. Platz zurück und verliert auch den sicher geglaubten Weltmeistertitel in diesem Jahr. Matteo Iachino wird zum zweiten Mal Weltmeister und holt zusammen mit Blanca Alabau den Titel auf der Tour.

Amado Vrieswijk gewinnt den Abschluss-Event in Japan und zeigt sowohl bei schwachen wie bei starken Windverhältnissen erneut eine äußerst solide Leistung. Fünfmal zieht er ins Siegerfinale ein, holt sich zwei Siege, einen zweiten und einen dritten Platz. Mit ihm wird auch in der kommenden Saison fest zu rechnen sein und er beendet das Jahr als Vizeweltmeister der Tour.

Daniele Benedetti kann sich über einen hervorragenden dritten Platz in Japan freuen und feiert seinen ersten Sieg in einer Elimination bei der Tour. Maciek Rutkowski endet an Position vier vor Bruno Martini und hat sich sicherlich mehr erhofft. Auch er war, wie Matteo Iachino mit der höchsten Wertung in den Event gestartet und hatte mehr als gute Chancen seinen Titel von 2022 zu verteidigen. Er komplettiert das Podium auf der Tourwertung und wird Dritter.

Direkt dahinter an sechster Position landet Michele Becker, der den letzten Wettkampftag nutzte, um sich noch einmal deutlich zu steigern. Auch Nico Prien fährt erneut in die Top-10 und endet in Yokosuka und auch auf der Tour an achter Position. Ziel Top-10 erreicht, für Michele Becker sogar Platz fünf in der Overall-Wertung
PWA World Cup Yokosuka 2023: Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel
PWA World Cup Yokosuka 2023: Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel
PWA World Cup Yokosuka 2023: Blanca Alabau und Matteo Iachino holen den Titel
Blanca Alabau, die Freundin von Matteo Iachino, teilt ohne Zweifel seine große Stärke. Mit äußerster Konstanz setzte sie sich in diesem Jahr durch, holt am Gardasee einen zweiten Platz, siegt in Pozo, endet in Fuerteventura auf den dritten Platz und wird in Yokosuka Zweite. Sarah-Quita Offringa, die Weltmeisterin im Slalom von 2017, tritt in Torbole nicht an und lässt auch den World Cup in Japan sausen, um sich auf ihre Paradedisziplinen, wenn man bei ihr überhaupt von so etwas sprechen kann, zu konzentrieren. Mit ihrem zweiten Platz in Pozo und dem Sieg in Fuerteventura hätte sie vermutlich auch im Slalom alle Chancen der Welt gehabt, erneut Weltmeisterin zu werden und das Jahr mit drei Weltmeistertiteln in allen Disziplinen zu beenden.

Den Sieg in Japan holt sich mit vier Siegen in Folge sensationell die World Cup Debütantin Lina Eren. Bereits im ersten B-Finale schafft sie es Marion Mortefon auf den zweiten Platz zu verweisen. Von diesem Zeitpunkt an gab es für die junge Slowenin kein Halten mehr. In der zweiten Elimination zieht sie ins Siegerfinale ein und zeigt sich noch respektvoll, indem sie den Top-4 Fahrerinnen Justine Lemeteyer, Blanca Alabau, Marion Mortefon und Helle Oppedal den Vortritt lässt. Die letzten vier Eliminations entschied sie sich, lieber Vorweg zu fahren, greift beherzt an den Bojen an und holt sich schließlich den verdienten Sieg. Auffällig mit größerem Segel unterwegs, eine Tugend, die vermutlich auf ihre IQ Foil Ambitionen zurückzuführen ist, fährt sie vorweg. Justine Lemeteyer, soll sie bereits sportlich angestachelt haben, im nächsten Jahr die ganze Tour mitzufahren. Wir würden uns auf jeden Fall freuen, sie öfter zu sehen, um das etablierte Feld bei den Slalomfahrerinnen aufzumischen.

Justine Lemeteyer endet in Japan auf Rang drei und hat auch sonst eine hervorragende Saison hingelegt. Sie streicht den fünften Platz in Pozo und geht damit an der amtierenden Weltmeisterin Marion Mortefon in der Tourwertung vorbei und wird wie im letzten Jahr Vizeweltmeisterin. Helle Oppedal endet in Japan an fünfter Position, aber mit nur einer Wertung in diesem Jahr auf der Tour. Wie so viele, wird sie ihr Glück 2024 bei den olympischen Spielen in Marseille suchen.

Damit endet die Saison der PWA mit dem letzten Event. Der ursprünglich für November geplante Abschluss-Event der PWA in Neukaledonien, der zu Beginn der Saison als großes Finale im Slalom angekündigt wurde, findet in diesem Jahr nicht statt. Die vier Tourstopps bei den Damen und die fünf Stopps bei den Herren in diesem Jahr haben aber auch ohne den Abschluss in Neukaledonien viel Spaß gemacht und tolle Rennen geliefert. Wir hoffen auf eine intensive Fortsetzung in 2024.

PWA World Cup Yokosuka 2023


Endergebnis Herren
1. Amado Vrieswijk
2. Matteo Iachino
3. Daniele Benedetti
4. Maciek Rutkowski
5. Bruno Martini
6. Michele Becker
7. Cedric Bordes
8. Nico Prien
9. Pierre Mortefon
10. Alexis Mathis

Endergebnis Damen
1. Lina Eren
2. Blanca Alabau
3. Justine Lemeteyer
4. Marion Mortefon
5. Helle Oppedal
6. Sana Saeki
7. Fujiko Onishi
8. Mio Anayama
9. Mae Davico
10. Yuki Sunaga

PWA Overall Slalom Herren 2023


1. Matteo Iachino
2. Amado Vrieswijk
3. Maciek Rutkowski
4. Pierre Mortefon
5. Michele Becker
6. Bruno Martini
7. Enrico Marotti
8. Nicolas Prien
9. Alexandre Cousin
10. Alexis Mathis

PWA Overall Slalom Damen 2023


1. Blanca Alabau
2. Justine Lemeteyer
3. Marion Mortefon
4. Jenna Gibson
5. Femke van der Veen
6. Mae Davico
7. Anna Biagiolini
8. Sarah-Quita Offringa
9. Sarah Jackson
10. Lina Eren

Fotos: PWA/John Carter

Contests


News


Neu auf Windsurfers