Racer of the Sea: Teilnehmerrekord beim Surf-Festival

Racer of the SeaTeilnehmerrekord beim Surf-Festival

Mit insgesamt 52 Anmeldungen startete das Racer of the Sea zum viertenmal beim Surf-Festival am Südstrand von Fehmarn. Leo Richter berichtet vom Regattageschehen am Wochenende und vom Drumherum.

von Leo Richter
Dass es keine schlaue Idee ist, am Samstag Vormittag nach Fehmarn zu fahren, begreifen wir relativ schnell. Mit fünf Wohnmobilen, drei Anhängern und neun Bullis teilen wir uns den Abbieger in Richtung Fehmarn. Dabei haben wir bei weitem noch nicht unser Ziel erreicht. Beim Weg über die Brücke kann ich schon die Bedingungen auschecken und über die richtige Segelgröße in meinem Kopf philosophieren. Das Surffestival lässt sich dank der anscheinend bewohnbaren Betonklötze am Südstrand einfach finden. Am Wasser angekommen lässt sich auch der Strand unter einer einzigen Masse an bunten Segeln, Brettern, Wings und Foils erahnen. Das Racer of the Sea Race Office hat eine eigene Pagode, die mit der pinken Fahne gut zu finden ist. Von hier aus starten wir also die nächsten Tage und kriegen alle Informationen die wir brauchen.
Racer of the Sea: Teilnehmerrekord beim Surf-Festival
Racer of the Sea: Teilnehmerrekord beim Surf-Festival
Racer of the Sea: Teilnehmerrekord beim Surf-Festival
In dem Materiallager und vor dem Zelt herrscht schon reges treiben. Viele gut gestimmte Gesichter, viele motivierte Surfer und viele, die die Stimmung genießen und sich auf ein schönen Tag freuen. Trotz angesagtem Regen ist das Wetter gut und die erste Brise kommt auf. Da lässt es sich gut die glücklichen und aufgeregten Teilnehmer, Freunde und Bekannte begrüßen, die alle zu dem heiß begehrten Surf-Festival und Racer of the Sea gekommen sind. Die sowieso schon angenehme Stimmung unter den Surfern ist bei der Jedermann Regatta, bei der der Spaß im Vordergrund steht, umso freundlicher. Die Möglichkeit Regattaluft zu schnuppern und die nette Atmosphäre kennen zu lernen, scheint viele angelockt zu haben. Die lange Zeit die ich in der Schlange zur Anmeldung verbracht habe, hat sich aus den rekordverdächtigen 52 Anmeldungen ergeben.

Noch rekordverdächtiger sind die 8 Frauen die sich angemeldet haben. Jeder am Strand ist zwar stolz, dass starke weibliche Konkurrenz an der Startlinie steht, sollte diese aber auch fürchten. Der ein oder andere wird sich im Verlauf des Events noch wundern, welche Frauen an der Tonne auf einmal an ihm vorbei fahren.

Samstag Mittag geht es endlich los. Die Foils und die Finnen fetzen durchs Wasser auf dem Weg zur Startlinie. Die ersten Speed Vergleiche mit den üblichen Konkurrenten werden gemacht und die Vorfreude steht den Fahrern ins Gesicht geschrieben. Die Finnenwertung startet einzeln, nach der Mixed Wertung mit Foil und Finne. Es ist also für jeden sein eigenes Battle vorprogrammiert.

Sobald zum ersten mal die grüne Fahne hoch geht heizen die Jungen und Alten über den Kurs. Ob mit Finne, Foil, oder Wing, alles ist möglich. Eins wird allerdings relativ schnell klar: Seegras ist der größte Konkurrent. Wer nach der ersten Halsentonne noch ohne Einschränkung geradeaus fahren kann, sollte sich abfeiern. Die schönen Seegrasbüschel an den Foils werden zur reinen Tortur. Der Horror nimmt am Samstag leider kein Ende und die Strategie in der Mitte des Kurses anzuhalten, rückwärts zu fahren und dann erst wieder weiterzufahren wird zur sinnvollen Strategie. Das Windsurfen die Formel 1 des Wassersports ist, ist klar. Mit den neu eingebauten Pitstopps passen wir uns nur noch mehr an. Nach sieben Rennen in der Seegrasbadewanne geht der erste spannende Wettfahrttag zu Ende.
Racer of the Sea: Teilnehmerrekord beim Surf-Festival
Racer of the Sea: Teilnehmerrekord beim Surf-Festival
Racer of the Sea: Teilnehmerrekord beim Surf-Festival
Der Tag ist damit aber noch lange nicht zu Ende. Die Tagessiegerin der Damen hat noch große Pläne. Nach dem gemeinsamen Grillen, bei dem wieder die riesige Teilnehmerzahl in der Schlange bemerkbar wurde, geht es weiter zum Herzen des Surf-Festivals. Schon bevor es richtig losgeht sammeln sich viele, teils schon gut angeheiterte Menschen vor der Bühne. Lina Erpenstein fängt an aufzulegen und die Beats bringen auch die restlichen in Feierlaune. Die Konkurrenten auf dem Wasser werden zu besten Freunden und lassen sich von Linas Set mitreißen. In sehr ausgelassener Stimmung begegne ich sowohl den jungen Kindern aus dem Kids Camp von Vincent Langer als auch älteren, graubärtigen Kollegen, wie WINDSURFERS Chefredakteur Ingo Meyer. Auf jeden Fall sorgt Lina dafür, dass alle in der Masse vor der Bühne ausgelassen bis zum Ende feiern und wohl keiner ready ist aufzuhören bis das Set zu Ende ist. Auch die Muttis müssen sich keine Sorgen machen, denn die Stimmung im Mob gibt nicht nur das Gefühl, Corona würde es gar nicht geben, sondern lässt einen ordentlich warm werden.

Am nächsten Tag geht es sehr menschlich erst am späten Vormittag los, damit alle am letzten Abend Gas geben konnten und sich nun aus ihren Bussen schälen, um wieder in See zu stechen. Erfreulicherweise können die Rennen am Sonntag ohne das gute Laune dämpfende Seegras stattfinden. Die Geschwindigkeiten werden natürlich um sehr vieles schneller und die Kämpfe untereinander werden jetzt richtig heiß.

In dem letzten Rennen wird mit einem Rabbit Start gestartet. Man darf innerhalb der Startlinie erst nach dem Quer fahrenden Motorboot starten. Dabei scheint der Kapitän, Oliver Tom Schliemann, des Motorboots keine Uhr lesen zu können. Die Aufmerksamen und Intelligenteren unter uns begreifen früh, dass er sehr früh die Startlinie eröffnet und können uns somit ein guten Startplatz sichern. Nach dem letzten aufregenden Rennen geht es an Land und ans Abbauen.

Den krönenden Abschluss stellt die Siegerehrung dar. Mit abgefahrenen nachhaltigen Papppokalen von Naturapack und jeder Menge Preise von Hauptsponsor Südkap Surfing, erhalten alle Teilnehmer eine Erinnerung an das glorreiche Wochenende.

In diesem Sinne geht natürlich ein Dankeschön an Oliver Tom Schliemann und Leon Delle, die sich viel Mühe gemacht haben das Event zu organisieren und durchzuführen und mit dem Surf-Festival wohl den perfekten Rahmen gefunden haben. Die Verabschiedung fällt etwas kurz, denn jeder weiß: Der Nachhauseweg über die Brücke wird nicht das Highlight des Wochenendes.
Ergebnisse:

Overall Herren:
1. Nico Prien
2. Fabian Wolf
3. Jonne Heimann

Overall Frauen:
1. Theresa Steinlein
2. Femke van der Veen
3. Theresa Könlein

U20 Herren:
1. Jonne Heimann
2. Leo Richter
3. Neil Henkes

Finne Herren:
1. Mario Kümpel
2. Christoph Deus
3. Moritz Martin

Finne Frauen:
1. Lina Erpenstein

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