Windsurfen in Europa: Traumbedingungen ohne Flugreise

Windsurfen in EuropaTraumbedingungen ohne Flugreise

von Leon Jamaer
Nach einer Woche auf Sardinien sind wir mit der Ausbeute mehr als zufrieden. Dabei haben sich die meisten Spots als überraschend anspruchsvoll herausgestellt. Auf dem Wasser wird es teilweise voll, an Land ist es jedoch schwierig eine geöffnete Eisdiele zu finden. Den warmen Pullover und die Winterjacke können wir an den letzten Tagen, nachdem der Mistral nachgelassen hat, endlich verstauen. Bei Windstille und strahlendem Sonnenschein pflegen wir unsere Wunden, das Material und planen unsere nächsten Schritte.

Marseille


Der Atlantik meldet sich zurück - die ersten Winterstürme kündigen sich bei verschiedenen Vorhersagemodellen an. Ein nächtliche Fährfahrt und wir erreichen Genua auf dem italienischen Festland. Die erste Pause auf dem langen Weg zum Atlantik legen wir in Marseille ein - der Grund: Sturm aus Südost. Ein kleines aber starkes Windfeld verspricht uns am französischen Top-Spot Carro zwei Tage lang beste Wind-von-links Bedingungen. Während an der französischen Grenze noch fast Windstille herrscht, ballert es in Carro bereits fürs 4,0er.
Windsurfen in Europa: Traumbedingungen ohne Flugreise
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Erstaunlicherweise haben sich trotz des kurzen Beschleunigungsweges große Wellen aufgebaut. Die Beine noch träge von der fünfstündigen Autofahrt zirkle ich mich in den ersten Backloop. Das Set dahinter räumt mich ab und schleift das Material davon, während ich bei starker Strömung versuche hinterher zu schwimmen. Felsen sind hier zwar vor allem an Land, doch diesmal habe ich die Kraft der Wellen unterschätzt. Auch der aus Spanien angereiste Pro Marc ParÚ hat neben einigen Glanzmomenten immer wieder harte Abgänge. Da in Marseille eine nächtliche Ausgangssperre herrscht, sieht die französische Windsurf-Szene den Sturmtag als umso freudigeren Anlass, sich am Strand zu versammeln. Mit dabei sind die PWA Freestyler Anthony Ruenes und Jacopo Testa, mit dem wir bereits auf Sardinien auf dem Wasser waren, sowie die Slalom-Schwergewichte Cerdric Bordes und Cyril Moussilmani. Nach zwei Tagen verabschiedet sich der Wind und das Spektakel ist vorbei.
Windsurfen in Europa: Traumbedingungen ohne Flugreise
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Bretagne


Wir erreichen die Bretagne, eine Region in der sich weder Leif noch ich mich besonders gut auskennen. Immerhin wissen wir, dass bei einem durchziehenden Tiefdruckgebiet der Wind, wie auch an Nord- und Ostsee, meist mit Südwest-Wind und viel Niederschlag loslegt und später über West auf Nordwest dreht. Für die kommenden Tage verspricht die Vorhersage ein massives Tiefdruckgebiet, das viel Wind und ordentlich Swell mitbringen soll. Zum Windsurfen muss in der Bretagne jedoch noch ein dritter Faktor stimmen, die Tide. Der Koeffizient von Hoch- und Niedrigwasser beträgt im Schnitt fünf bis acht Meter und entscheidet darüber, ob ein Spot fahrbar ist oder nicht. Wir recherchieren im Windsurfers Guide Europe und befragen zwei Franzosen, die wir im Jahr zuvor in Irland kennen gelernt haben.

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