Speedrausch in der Wüste: Gunnar Asmussen in Namibia

Gunnar Asmussen in NamibiaSpeedrausch in der Wüste

Wüste soweit das Auge reicht, aber 50 Knoten Wind und 500m Speedkanal. Gunnar Asmussen berichtet von seiner Weltrekordjagd bei der Lüderitz Speed Challenge.

von Gunnar Asmussen
Um 18 Uhr ging mein Flieger. Vor mir lag eine lange Reise: Von Hamburg über Istanbul nach Kapstadt, wo ich mich am Airport mit Andy Laufer treffen sollte, um mit dem Auto noch 12 Stunden über afrikanische Autobahnen nach Lüderitz zu fahren. Essen einzupacken vergaß ich trotzdem und so legten Andy und ich den ersten Stopp im Supermarkt ein. Dann ging es mit Vollgas auf die Piste. Südafrika und auch das deutlich dünner besiedelte Nachbarland Namibia sind wunderschön und so waren wir den ganzen Weg am Filmen und Fotos schießen. 80 Kilometer der Strecke ging es ausschließlich über Schotterpiste, angeblich hat es Andy darauf geschafft die Achse des Mietwagens zu brechen. Als ob das noch nicht genug wäre, ging uns 150km vor Lüderitz auch noch das Benzin aus. Zum Glück kam uns ein netter Tankwart entgegen und rettete uns mit 20 Litern Benzin.
Speedrausch in der Wüste: Gunnar Asmussen in Namibia
Speedrausch in der Wüste: Gunnar Asmussen in Namibia
Speedrausch in der Wüste: Gunnar Asmussen in Namibia
In Lüderitz angekommen machten wir uns direkt auf zum Kanal. Wir beide waren nach der langen Reise total heiß auf Surfen und riggten direkt unsere 6.2er Segel auf. Auf dem Kanal startet man zuerst auf Halbwindkurs und biegt dann nach 50 Metern zur sogenannten "Slingshot" ab. Der Kanal macht einen Knick, bei maximalem Druck im Segel fällt man auf einen extrem tiefen Raumwindkurs ab und beschleunigt so im Kanal explosiv auf Geschwindigkeiten jenseits der 90km/h. Was für ein Kick! Selbst das Finish macht Spaß. Mit einer weiten Racejibe beendet man den Run. Ein Shuttle bringt einen zurück zum Start. Am ersten Tag wurde der Kanal leider schon nach fünf Runs um 17 Uhr geschlossen, aber als Kanal-Anfänger waren wir happy, dass wir es überhaupt geschafft hatten. Unglaublich, wie schnell man im Kanal bei nur 30 Knoten Wind fahren kann. Ich erreichte direkt mal 47,5 Knoten Topspeed ganz einfach.



Am nächsten Tag machten wir uns morgens direkt auf zum Kanal um unser Material klar zu machen, denn die Vorhersage sah recht gut aus und wir wollten unbedingt alles getestet haben, bevor es richtig Druck gibt. Man kann soviel am Trimm ändern, Finnen probieren und Schlaufen umschrauben, das ist eine eigene Wissenschaft! Da man die Fahrtrichtung ja nicht ändern kann, ist perfekt eingestelltes Material extrem wichtig. Was die Sache noch erschwert ist, dass man auf nur etwa 15 Runs am Tag kommt und somit alles andere als viel Zeit hat. Ich habe hier von vielen Fahrern etwas gelernt, das wird mir sicherlich auch in Zukunft helfen. Ich hatte fünf Segel zwischen 6,2 und 5,0qm aus Deutschland dabei, ein spezielles Kanal-Segel von Ben Severne habe ich noch direkt vor Ort bekommen. Mein 5,2 und 5,7 Reflex 8 waren ganz ok getrimmt, aber für Slalom und nicht optimal für den Kanal. Am Ende hatte ich perfekte Segel mit extrem tiefem Profil und guter Power.

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