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Marcilio Browne - Future of Windsurfing

Marcilio Browne aka Brawzinho ist einer der innovativsten Windsurfer überhaupt. Wie auch sein Freund und Kauli Seadi integriert der junge Brasilianer immer wieder Elemente aus dem Freestyle auf atemberaubende Weise in sein Waveriding.

Nach seinem Weltmeistertitel im Jahr 2007 und seinem Vizetitel 2008 im Freestyle konzentriert sich der 23–Jährige jetzt auf das Windsurfen in der Welle. Auch aus diesem Grund ist der Weltranglisten 9. in dieser Disziplin in diesem Jahr aus seiner Heimat Fortaleza nach Maui gezogen. Brawzinho gilt als einer der wenigen, denen man zutraut in Zukunft eine ernsthafte Konkurrenz für Philip Köster zu sein. Wir haben uns Anfang der Woche mit Brawzinho zu einem Skype-Interview verabredet.

Brawzinho, wo bist du denn? Es ist so laut wie auf einer Party! (Das Interview fand um ca. 22.00 Maui Zeit statt, Anmerk. d. Red.)
Tschuldigung (lacht), wir sind nicht auf einer Party sondern bei Freunden in Haiku zum Essen.

Na dann mal guten Appetit! Dann wollen wir es nicht zu lang machen und ich lege direkt los. Du bist vor wenigen Wochen aus deiner Heimat Brasilien nach Maui gezogen. Gefällt dir Brasilien nicht mehr?
Doch natürlich. Aber ich fahre ja seit geraumer Zeit fast nur noch in der Welle und kein Freestyle mehr. Um in der Welle zu fahren ist weder Fortaleza noch Jeri ideal, es sind dort eher perfekte Freestyle-Bedingungen. Der Hauptgrund sind also die besseren Bedingungen hier. Maui ist nach wie vor der Nabel der Szene, das Material wird hier entwickelt, die Fotoshoots finden hier statt und alle guten Fahrer kommen zum Trainieren. Als Profi bekommst du hier mehr Aufmerksamkeit und Coverage, was wichtig für mich und jeden anderen Profi-Windsurfer ist. Außerdem wohnt meine Freundin Caitlin hier auf Maui, das ist doch Grund genug, oder? Dazu ist es sehr sicher, man muss keine Angst vor Kriminalität haben, wie in meiner Heimat. Das ist ein Vorteil den man zu schätzen weiß, wenn man weiß wie es anders sein kann. Ich mag die Insel, sie ist abwechslungsreich und du kannst hier alles machen. Aber du hast nicht die Nachteile einer großen Stadt, kein Stress, kein Stau usw.. Ich fühle mich sehr wohl hier.

Marcilio Browne - Future of Windsurfing
Marcilio Browne - Future of Windsurfing

Gibt es auch Dinge die du auf Maui vermisst?
Eigentlich nur meine Familie und natürlich auch meine Freunde. Meine Familie sehe ich jetzt natürlich deutlich weniger. Ich bekomme allerdings sehr oft Besuch von Freunden, die nach Maui kommen. Die kommen auch immer zu unterschiedlichen Zeiten, so dass eigentlich immer jemand von denen hier ist. Ich fühle mich also nicht einsam.

Hast du dir ein eigenes Haus oder Apartment gemietet?
Caitlin (Brawzinhos Freundin, Anmerk. d. Red) besitzt ein Haus in Paia. Da habe ich mir ein Zimmer gemietet.

Darfst du nicht so bei ihr wohnen?
(Lacht) Doch! Will ich aber nicht. Ich bin jetzt das ganze Jahr auf der Insel, da möchte ich auch Miete zahlen. Es ist gut so, wie es ist.

Schlaft ihr denn im gleichen Zimmer?
Rate mal!

OK, belassen wir es dabei! Wie darf man sich denn deinen Tagesablauf auf Maui vorstellen? Läuft das so, wie es in Minds Wide Open gezeigt wird? Catlin weckt dich mit einem Kuss und serviert dir das Frühstück?
Das war mal Jahren so, die Zeiten sind längst vorbei. Wir sind ja jetzt schon einige Jahre zusammen (lacht), da läuft das nicht mehr so. Nein, ich mach nur Spaß. Wir haben schon eine gewisse Arbeitsteilung, meine Freundin schleppt mir nicht alles hiterher. Und ich sitze auch nicht den halben Tag im Bett und Frühstücke. Drei Tage die Woche treffe ich mich morgens mit meinem Trainer Scott Sanchez zum Training, die anderen Tage gehe ich selbst gerne erst mal Biken. Dann bin ich natürlich auf dem Wasser, wenn die Bedingungen gut sind. Gegen späten Nachmittag liegt dann Office-Arbeit an, E-Mails usw. Langweilen tue ich mich also nicht.


Marcilio Browne - Future of Windsurfing

Sicher hat auch dein Umzug nach Maui mit deinen neuen Sponsoren zu tun, bzw. umgekehrt. Wie kam es, dass du Fanatic und North überraschend verlassen hast? Das sind Big Player in der Industrie und jeder andere wäre froh solche Sponsoren zu haben.
Dafür gibt es eine Menge guter Gründe. Ich kann allerdings vorweg sagen, dass ich bei Fanatic und North sehr zufrieden war. Die erste Initiative kam von Francisco Goya, der hat mich angesprochen und mir ein sehr guten deal angeboten. Wir haben uns dann mehrfach getroffen und viele Details besprochen. Für mich ist es von Vorteil meine Sponsoren vor Ort zu haben. Sebastian Wenzel von Fanatic ist ein sehr guter Shaper und ich war sehr zufrieden mit den Boards. Aber er arbeitet in Portugal. Das hat bedeutet, dass jeder Schritt immer sehr lange gedauert hat. Wenn er Protypen für mich gebaut hat, mussten wir erst mal organisieren, wie die zu mir kommen und meist Leute finden, die die Boards mitgebracht haben. Das hat oft Wochen gedauert. Jetzt sitzen mein Shaper und mein Segeldesigner um die Ecke. Das bedeutet ich bekomme die Boards und Segel am Tag, an dem sie fertig sind. Außerdem kenne und respektiere ich Lalo, Francisco und Jason (Diffon, Anm. d Red.) schon seit vielen Jahren. Ich mag die Drei sehr. Das war natürlich auch ein Grund für meine Entscheidung.

Und wie kommst du mit den Jungs und deinem neuen Equipment jetzt zurecht? Konntest du den Vorteil der räumlichen Nähe schon nutzen?
Auf jeden Fall. Wir haben in den vergangenen Tagen schon eine ansehnliche Zahl Boards gebaut und getestet. Und ich teste schon die 3. Generation Segel. Mit beiden Ergebnissen bin ich sehr zu frieden. Das sieht man doch wenn ich auf dem Wasser bin, oder (lacht). Und, du wirst es kaum glauben mit den Jungs verstehe ich mich nach wie vor gut.

Bei Fanatic warst du meist auf Quads zu sehen. Hat sich daran was geändert?
Wir testen momentan viel mit Quads und Thrustern. Beide Konzepte gefallen mir gut. Bis jetzt bin ich aber mit meinen aktuellen Quads nach wie vor am zufriedensten. Das gilt besonders für Hookipa. Aber da sind wir mit der Entwicklung ja auch deutlich weiter als bei den Thrustern. Vielleicht ändere ich meine Meinung, wenn wir einen Schritt weiter sind und ich die Boards besser kenne.

Wir diesen Winter mehrfach Bilder von dir aus Jaws bekommen. Gehst du dort häufiger surfen? Ist das überhaupt noch etwas Besonderes für dich?
aws ist immer besonders. Beim Windsurfen dort ist immer auch ein wenig Angst mit im Spiel. Ich bin diesen Winter dort 3 Mal auf dem Wasser gewesen. 5 Mal jetzt insgesamt. Schon die Tatsache, dass man nur so selten dort surft, macht den Spot zu etwas Außergewöhnlichem. Auch der Aufwand ist außergewöhnlich. Du brauchst einen Jetski und jemanden der ihn fährt und das Back-up für dich macht. Jaws ist ein kleiner Zirkus, in dem sich jeder zeigen will. Aber das Windsurfen kann dort unendlich Spaß machen. Die besten Tage sind, wenn es nicht zu hoch ist. An den größten Tagen ist es immer unendlich voll. Dann will jeder dort sein Bild oder seine Videosequenz bekommen. Aber wenn es weniger hoch ist kann man es richtig gut erwischen. Ich hatte Ende Januar eine Session zusammen mit Levi Siver, da waren wir für fast 2 Stunden alleine auf dem Wasser. Das ist dann das Beste überhaupt.



Alle Bilder (17):
...
...
...
Brawzinho:
Mehr Drive geht kaum
Die Landung sollte besser klappen.
Abgang.
Das können sonst nur Levi und Jason.
Monster Aerial vor Hookipa.
Zusammen mit Levi Siver in Jaws.
Tweaked Pushloop vor Camp One
Tweaked Aeirial.
Einer der raren Tage in Jaws.
 Mit Drive im Bottom Turn.
Die Landezone immer im Blick.
Abgang mit Style.
Bei Wind von rechts gibt es kaum jemanden der besser springt als Brawzinho.


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